Ausbildung von Hunden ist gewerbesteuerpflichtig

 - 

Bei einer Hundeschule für Blindenführhunde handelt es sich um einen Gewerbebetrieb, entschied das FG Münster. Dass hier auch Menschen mitunterrichtet werden, ändert daran nichts.

Die Klägerin hatte im entschiedenen Fall argumentiert, dass sie mit der Ausbildung der Hunde unterrichtend und erzieherisch im Sinne von § 18 EStG tätig sei. Die Richter folgten diesem Argument nicht und erklärten: Soweit die Klägerin auch die sehbehinderten Menschen im Umgang mit den Hunden anleitet und begleitet, stelle dies keinen Unterricht im Sinne einer schulmäßigen Vermittlung von Kenntnissen dar, sondern eine individuell abgestimmte Zusammenführung von Mensch und Tier.

Unabhängig davon, so das Urteil weiter, ließe sich diese Tätigkeit auch nach der Verkehrsanschauung nicht von der Ausbildung der Hunde trennen.

Weiteres Problem: Die Klägerin erhielt im zu entscheidenden Sachverhalt kein explizites Entgelt für die Ausbildung, sondern nur einen Kaufpreis für die von ihr veredelten Hunde. Auch dies, so die Richter, stehe der Annahme einer unterrichtenden bzw. erzieherischen Tätigkeit entgegen. Denn so lief die Ausbildung der Blindenführhunde ab: Zu der mehrmonatigen Ausbildung der Hunde gehören das Training im Führgeschirr sowie Gehorsams- und Hindernistraining. Am Ende der Ausbildung stand die Übergabephase an einen sehbehinderten Menschen, die mit einer sogenannten Gespannprüfung durch einen von den Krankenkassen bestellten Prüfer abschloss. Anschließend verkaufte die Klägerin die Hunde als medizinische Hilfsmittel an die Krankenkassen. Der wesentliche Teil des Kaufpreises entfiel dabei auf den im Wege einer Mischkalkulation berechneten Ausbildungsaufwand (FG Münster vom 12.9.2014, 4 K 69/14 G ).

Weitere News zum Thema

  • Anhebung der GWG-Grenze in Sicht?

    [] Schon viel zu lange liegt die Grenze für sofort absetzbare Wirtschaftsgüter bei 410 Euro – und schon sehr lange regen (nicht nur) wir uns darüber aus. Vielleicht gibt es jetzt Hoffnung auf eine Anhebung auf 800 Euro? mehr

  • Positive Urteile zum Investitionsabzugsbetrag

    [] Gleich in mehreren Urteilen hat der BFH die große Gestaltungsfreiheit bestätigt, die Selbstständige bei der Bildung eines Investitionsabzugsbetrags haben, der maximal 40 % der voraussichtlichen Anschaffungskosten eines Wirtschaftsguts betragen darf. mehr

  • Führerschein umsatzsteuerfrei?

    [] Nach deutschem Recht wird der Fahrschulunterricht umsatzsteuerpflichtig behandelt. Nach Unionsrecht handelt es sich dabei aber um eine steuerfreie Bildungsleistung, sofern er mit dem Unterricht an allgemeinbildenden Schulen vergleichbar ist. mehr

  • Selbstständige: Das will der BFH 2017 entscheiden

    [] Der BFH hat eine Liste derjenigen Verfahren veröffentlicht, bei denen voraussichtlich im laufenden Jahr mit einer Entscheidung gerechnet werden kann. Wir haben die wichtigsten Verfahren aus den Bereichen Einkommensteuer, Umsatzsteuer und Abgabeordnung für Sie zusammengestellt. mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Steuertipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Steuertipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.