Fahrradnutzung eines Selbstständigen

Keine Frage, Autos stehen nicht nur bei Arbeitnehmern, sondern auch bei Selbstständigen hoch im Kurs. Immer beliebter wird allerdings die Nutzung eines Fahrrades, sei es nun in herkömmlicher Form oder mit Elektro-Antrieb, für Fahrten ins Büro oder zum Kunden. Vor diesem Hintergrund lohnt es sich, das Thema Steuerliche Aspekte bei der Fahrradnutzung für betriebliche Zwecke einmal genauer unter die Lupe zu nehmen.

1. Fahrrad: Privat- oder Betriebsvermögen?

Verwenden Sie Ihr Rad zu mehr als 50 % für betriebliche Fahrten, ist es sogenanntes notwendiges Betriebsvermögen. Ihr Rad ist damit Bestandteil Ihres Betriebes und mit diesem vermögensrechtlich verbunden – ganz gleich, ob Sie das woll(t)en oder nicht.

Der Umstand, dass ein Rad Betriebsvermögen ist, bringt einige Vorteile mit sich: Die laufenden Kosten, die durch Reparaturen sowie den Kauf von Ersatzteilen und Zubehör entstehen, sind Betriebsausgaben, mindern also den zu versteuernden Gewinn. Das Wirtschaftsgut Fahrrad darf über die betriebliche Nutzungsdauer abgeschrieben werden. Die Finanzverwaltung sieht einen siebenjährigen Abschreibungszeitraum vor.

Haben Sie eine gute Begründung parat, können Sie auch einen kürzeren Abschreibungszeitraum wählen. Ein Kurierfahrer sollte zum Beispiel ohne Probleme eine geringere Nutzungsdauer festlegen können, da die Abnutzung des Rades bei einer solchen Tätigkeit überdurchschnittlich ist. Haben Sie Ihr Rad gebraucht erworben oder war es vor der Überführung in den Betrieb Privatvermögen, müssen Sie die noch verbleibende Nutzungsdauer schätzen.

Nutzen Sie Ihr Fahrrad zu mehr als 50 % betrieblich, sollten Sie unverzüglich den Zeitwert (= Marktwert) des Rades ermitteln, die noch verbleibende Nutzungsdauer feststellen und das Rad in Ihr betriebliches Anlagevermögen aufnehmen (Privateinlage). Sobald das geschehen ist, berücksichtigen Sie alle Fahrradkosten als Betriebsausgaben. Und in Ihrer nächsten Einnahmen-Überschuss-Rechnung beginnen Sie dann mit der Abschreibung des Rades.

Liegt der betriebliche Nutzungsanteil bei mindestens 10 %, aber bei nicht mehr als 50 %, haben Sie ein Wahlrecht: Sie können das Rad in Ihrem Privatvermögen belassen oder es in Ihren Betrieb überführen. Entscheiden Sie sich für die zweite Option, bilden Sie sogenanntes gewillkürtes Betriebsvermögen. In diesem Fall haben Sie die gleichen steuerlichen Möglichkeiten wie bei notwendigem Betriebsvermögen.

Ob das Finanzamt die Zuordnung eines Fahrrades zum Betriebsvermögen akzeptiert, hängt auch von der Art des Fahrrades und der Qualität der Nachweise der betrieblichen Nutzung ab. Das FG München lehnte zum Beispiel die Zuordnung eines Mountainbike zum Betriebsvermögen ab, da der Unternehmer die betriebliche Nutzung nicht plausibel darlegen konnte (Urteil vom 12.2.2014, Az. 8 K 870 / 11).

Falls Ihr Fahrrad Betriebsvermögen ist, berücksichtigen Sie bitte Folgendes: Scheidet das Rad eines Tages aus dem Betrieb aus, muss dieser Vorgang steuerlich erfasst werden. Der im Zeitpunkt des Ausscheidens noch vorhandene (Rest-)Buchwert wird abgeschrieben. Im Falle des Verkaufs des Rades erzielen Sie einen Erlös, der als Betriebseinnahme zu verbuchen ist. Verschenken Sie Ihr Rad, müssen Sie den Wert der Schenkung ermitteln und als fiktive Betriebseinnahmen erfassen.

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