Achtung eBay-Verkäufer: Sind Sie vielleicht Gewerbetreibender?

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Getragene Kinderkleidung, Schmuck, Autos, Bücher oder der berühmte Toast mit dem Konterfei des Papstes - bei eBay gibt es nichts, was es nicht gibt.

Aber auch die vermeintlich unkomplizierte Art des Kaufens und Verkaufens ist hat ihre Tücken. Denn wer über einen längeren Zeitraum regelmäßig Gegenstände verkauft und damit Gewinn erzielt, landet im Visier der Steuerfahnder. Diese sind ausgestattet mit der lernfähigen Software XPIDER und begeben sich auf die Suche nach Händlern, die an der Steuer vorbei wirtschaften.

»Händler« sind Sie schneller, als Sie vielleicht ahnen

So lange Sie nur Ihren Speicher ausmisten oder die getragene Kleidung Ihrer Kinder anbieten, sind Sie auf der sicheren Seite. Auch für Verwandte dürfen Sie Gegenstände verkaufen. Bei Wohnungsauflösungen nach einem Todesfall in der Familie machen Sie zahlreiche Verkäufe und hohe Gewinne innerhalb kurzer Zeit nicht zum Gewerbetreibenden.

Gefährlich wird es aber, wenn Sie z.B. gezielt auf Flohmärkten Ware einkaufen, um sie später bei einer Online-Auktion zu versteigern. So mancher erzielt dadurch einen guten Nebenverdienst - allerdings nicht ganz legal. Denn der An- und Verkauf von Ware mit dem Ziel, Profit zu machen, bedeutet: Hier handelt es sich um ein Gewerbe. Und gewerbliche Einkünfte müssen Sie versteuern. Weitere Nachteile für Händler: Sie müssen ihren Kunden ein Widerrufsrecht einräumen, tragen das Rücksendeporto und müssen das Wettbewerbsrecht beachten.

Pseudonyme schützen nicht vor Entdeckung

Wer den Fahndern auffällt, wird trotz Pseudonym enttarnt. Denn die Betreiber von Online-Auktionen sind dazu verpflichtet, den Finanzämtern auf Verlangen die »echten« Namen mitzuteilen.

Verkauf von Tankquittungen: besser nicht

Vermehrt tauchten in letzter Zeit Belege und Tankquittungen bei Online-Auktionen auf. Irgendeiner wird sie schon bei seiner Steuererklärung absetzen können, dachten die Anbieter - und hatten Recht. Dass diese Steuer-Spar-Strategie nicht erlaubt ist, ignorierten sowohl Käufer als auch Verkäufer. Um dem Treiben Einhalt zu gebieten, hat die Bundesregierung einen Gesetzesentwurf vorgelegt. Ob und wann dieser angesichts der Diskussion um Neuwahlen umgesetzt wird, ist allerdings fraglich.

Die Gerichte urteilen uneinheitlich

Wie oft Sie in welchem Zeitraum als Verkäufer auftreten müssen, um beim Kaufrecht als Gewerbetreibender zu gelten, ist gesetzlich nicht geregelt. Die Gerichte urteilen hier unterschiedlich.

LG Hof, Urteil vom 29.8.2003 (Az. 22 S 28/03)
41 Auktionen reichen allein noch nicht aus, um ein Gewerbe anzunehmen.

LG Berlin, Urteil vom 9.11.2001 (Az. 103 O 149/01)
Der An- und Verkauf von 39 Artikeln innerhalb von fünf Monaten führt zu einem Gewerbebetrieb.

OLG Frankfurt, Urteil vom 27.7.2004 (Az. 6 W 54/04)
Ob ein Händler tatsächlich Gewinne erzielt, ist nicht erheblich für die Einordnung als Gewerbetreibender.

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