1%-Methode und Listenpreis bei Taxis

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Mit der Ermittlung des Listenpreises von Taxis bei der 1 %-Regelung beschäftigte sich das FG Düsseldorf: Im zu entscheidenden Fall gab es unterschiedliche Listen für Taxis und "normale" Fahrzeuge.

Geklagt hatte ein Taxiunternehmer, der ein Fahrzeug vom Typ Daimler-Benz E 220 CDI als Taxi einsetzte und auch privat fuhr.

Das Finanzamt ermittelte den zu versteuernden Eigenverbrauch nach der 1 %-Regelung und legte dabei den Bruttolistenpreis von 48.100 Euro zugrunde. Diesen Preis hatte die Mercedes-Benz-Niederlassung anhand der Fahrzeugidentnummer bestimmt und dem Finanzamt mitgeteilt.

Der Taxiunternehmer erklärte, der Bruttolistenpreis habe tatsächlich nur 37.500 Euro betragen und verwies diesbezüglich auf die Preisliste für Taxi und Mietwagen der Daimler-Benz AG.

Das FG Düsseldorf gab dem Taxler Recht: Der Begriff des Listenpreises werde im Gesetz nicht definiert, erklärten sie. Maßgebend sei nach der Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs die zum Zeitpunkt der Erstzulassung des Fahrzeugs gültige Preisempfehlung des Herstellers, die für den Endverkauf des tatsächlich genutzten Modells auf dem inländischen Neuwagenmarkt gelte. Im vorliegenden Fall ergebe sich der Listenpreis aus der zum Sondermodell Taxi herausgegebenen Preisliste der Daimler-Benz AG.

Dass das Sondermodell Taxi nur von einem bestimmten Kundenkreis (nämlich Taxi- und Mietwagenunternehmern) erworben werden könne, ändere nichts an dieser Einschätzung. Zwar gehe auch das Gericht davon aus, dass hier ein rabattierter Festpreis vorliege, der auch der Kundenbindung des begünstigten Kundenkreises diene, dieser unterscheide sich jedoch von einem nicht berücksichtigungsfähigen Individualrabatt dadurch, dass er Eingang in eine für den Vertrieb der Fahrzeuge maßgebliche Liste gefunden habe.

Fazit also: Der spezielle Preis ist zum Listenpreis für das Sondermodell Taxi geworden und für die Berechnung des Privatanteils im Rahmen der 1%-Methode heranzuziehen (FG Düsseldorf vom 23.10.2015, 14 K 2436/14; Az. der Revision beim BFH: II R 13/16).

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