Wann ein elektronisches Fahrtenbuch abgelehnt werden kann

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Ein elektronisches Fahrtenbuch, das nachträgliche Änderungen nicht eindeutig dokumentiert, kann vom Finanzamt als nicht ordnungsgemäß abgelehnt werden.

Ein selbstständig tätiger Rechtsanwalt hatte im Privatvermögen einen Subaru Kombi und im Betriebsvermögen seiner Anwaltskanzlei einen Toyota Sportwagen. Aus dem für den Betriebs-Pkw geführten elektronischen Fahrtenbuch ergab sich eine betriebliche Nutzung von 100%. Der Anwalt versteuerte daher keinen Privatanteil.

Das Finanzamt verwarf nach einer Betriebsprüfung wegen verschiedener Unstimmigkeiten und Berichtigungen das Fahrtenbuch als nicht ordnungsgemäß und setzte einen Privatanteil nach der 1%-Methode an. Vom Finanzgericht wurde dieses Vorgehen bestätigt (FG Münster, Urteil vom 18.12.2008, Az. 12 K 1073/07 E, EFG 2009 S. 1001). Hauptkritikpunkt: An der Computerdatei konnten noch später Veränderungen vorgenommen werden, ohne dass die Reichweite dieser Änderungen in der Datei selbst dokumentiert und bei Einsicht offengelegt wurde. Nach der bisherigen Rechtsprechung des BFH reicht das bereits aus, um ein Fahrtenbuch als nicht ordnungsgemäß zu beurteilen – mit der unangenehmen Folge, dass dann die private Kfz-Nutzung zwingend nach der 1%-Methode zu ermitteln ist. Eine Schätzung der privat gefahrenen Kilometer und der darauf entfallenden Kosten ist in diesem Fall nicht zulässig.

Steuertipp

Mit derselben Begründung kann leider auch ein Excel-Fahrtenbuch als nicht ordnungsgemäß abgelehnt werden. Sie müssen dann monatlich 1% des Listenpreises als Privatanteil versteuern.

Führen Sie also entweder ein gebundenes handschriftliches Fahrtenbuch oder ein von der Finanzverwaltung anerkanntes elektronisches Fahrtenbuch, wenn Sie sichergehen wollen, dass sich der Zeitaufwand finanziell lohnt.

Das Steuertipps-Fahrtenbuch: Passt in jedes Handschuhfach!

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