Vorsteuerabzug bei betrieblicher Nutzung eines Pkw unter 10%

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Wird ein Pkw im Jahr des Kaufs unter 10% betrieblich genutzt, können Sie ihn nicht Ihrem Unternehmensvermögen zuordnen. Deshalb steht Ihnen auch nicht der Vorsteuerabzug aus den Anschaffungskosten zu. Das gilt allerdings nur für die Anschaffung, nicht aber für die laufenden Kosten!

Die 10%-Grenze gilt jedoch nach der Rechtsprechung des Europäschen Gerichtshofs nur für die Anschaffung, nicht aber für die laufenden Kosten. Sie dürfen deshalb in Höhe der betrieblichen Nutzung den anteiligen Vorsteuerabzug aus den laufenden Kosten geltend machen, auch wenn die betriebliche Nutzung unter 10% liegt. Die Vorsteuer aus allgemeinen Kosten wie Abschreibung, Wartung oder Treibstoff  teilen Sie dementsprechend auf. Das Recht auf den anteiligen Vorsteuerabzug bei einer betrieblichen Nutzung unter 10% hat erstmals ein Finanzgericht bestätigt (FG Nürnberg, Urteil vom 7.8.2007, Az. II 250/2005).

Beispiel
Frau Kolb ist als Versicherungsvertreterin nebenberuflich selbstständig. Sie nutzt dafür ihren privaten Pkw. Im Jahr 2008 beträgt die Gesamtfahrleistung 30.000km. Nach Aufzeichnungen von Frau Kolb entfallen davon 2.700 (=9%) auf betriebliche Fahrten. Die Kfz-Kosten mit Vorsteuer (Benzin, Reparaturen) betragen netto 7.290 Euro zzgl. 1.385,10 Euro Umsatzsteuer. Frau Kolb macht in ihrer Umsatzsteuererklärung einen anteiligen Vorsteuerabzug von 124,66 Euro geltend (9% von 1.385,10 Euro).

Das Schöne daran: Der anteilige Vorsteuerabzug steht Ihnen auch zu, wenn Sie kein Fahrtenbuch führen. Für die Einkommensteuer müssen Sie ohnehin Aufzeichnungen über Ihre betrieblichen Fahrten machen. Wenn Sie dann noch die Jahresfahrleistung festhalten, können Sie daraus ganz einfach den Anteil der betrieblichen Nutzung berechnen. Aber natürlich müssen Sie dafür Belege sammeln, denn ohne Nachweis gibt es keinen Vorsteuerabzug.

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