Steuerpflichtige Privatnutzung eines Werkstattwagens

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Kann ein Steuerpflichtiger auf zwei Fahrzeuge zugreifen, die sich im Betriebsvermögen befinden, spricht die allgemeine Lebenserfahrung für die private Mitbenutzung beider Fahrzeuge. Daran ändert sich auch dann nichts, wenn das eine Fahrzeug ein typischer Werkstattwagen ist.

Die Ausgangssituation: Eine sich im Betriebsvermögen befindliche Limousine wurde vom Steuerpflichtigen privat mitbenutzt. Die auf die private Nutzung entfallenden Kosten wurden pauschal über die 1%-Regelung ermittelt.

Im Betriebsvermögen befand sich ein zweites Fahrzeug. Dabei handelte es sich um einen Kastenwagen mit zwei Sitzen, der mit Material- und Werkzeugschränken ausgestattet, also augenscheinlich für die betriebliche Nutzung hergerichtet war. Anders als der Steuerpflichtige ging das Finanzamt auch hier von einer zu versteuernden Privatnutzung aus. Da der Steuerpflichtige für den Werkstattwagen kein Fahrtenbuch führte, wurde der vermutete private Kostenanteil ebenfalls über die 1%-Regelung ermittelt.

Das wollte der Steuerpflichtige nicht hinnehmen und klagte daher vor dem Finanzgericht. Aus dem Rechtsstreit ging das Finanzamt allerdings als Sieger hervor (FG Schleswig-Holstein, Urteil vom 1.12.2006, Az. 1 K 81/04, NWB 2007, S. 1418).

Auf die Entscheidung des Gerichts wirkte sich dabei auch die Tatsache aus, dass die Ehefrau des Klägers die Limousine für ihre Fahrten zur Arbeit nutzte. Dadurch erhöhte sich natürlich die Wahrscheinlichkeit der privaten Mitbenutzung des Werkstattwagens durch den Kläger.

 

Steuertipp
Gegen das Urteil des Finanzgerichts wurde beim Bundesfinanzhof Revision eingelegt (Az. der Revision VI R 34/07). Wenn Sie in einem ähnlich gelagerten Fall vom Finanzamt einen privaten Kfz-Kostenanteil aufgedrückt bekommen, können Sie unter Hinweis auf das laufende Revisionsverfahren Einspruch einlegen und das Ruhen des Verfahrens beantragen.

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