Oldtimer ist kein Steuersparmodell

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Auch bei einem ausschließlich betrieblich genutzten Oldtimer kann der Betriebsausgabenabzug wegen fehlender Angemessenheit gestrichen werden.

Der Gedanke ist für einen Liebhaber von Oldtimern natürlich verlockend: Das Fahrzeug ins Betriebsvermögen einlegen, ausschließlich betrieblich nutzen und alle Kosten als Betriebsausgabe abziehen. Aber so einfach ist es dann in der Praxis doch nicht.

Ein Unternehmer legte einen Oldtimer Jaguar E-Type Baujahr 1973 in sein Betriebsvermögen ein. Das Fahrzeug wurde in den Jahren 2004 und 2005 ausschließlich betrieblich genutzt. Es  wurde viermal zu Kundenbesuchen eingesetzt und dabei insgesamt 539 km gefahren. Die wenigen anderen Fahrten standen in Zusammenhang mit Tanken, TÜV und Inspektion. Der Unternehmer machte die laufenden Kosten und die Abschreibung in voller Höhe als Betriebsausgabe geltend. Einen Privatanteil dafür versteuerte er nicht, da ja die ausschließlich betriebliche Nutzung nachgewiesen war.

Nach einer Betriebsprüfung wurde der Betriebsausgabenabzug nicht nur zum Teil, sondern komplett gestrichen. Es handle sich um unangemessene Repräsentationsaufwendungen, die nach § 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 4 EStG steuerlich nicht abziehbar sind. Nach dieser Vorschrift dürfen "Aufwendungen für Jagd oder Fischerei, für Segeljachten oder Motorjachten sowie für ähnliche Zwecke" den Gewinn nicht mindern. Die Nutzung des Liebhaber-Fahrzeugs sei als „ähnlicher Zweck“ anzusehen, da es eine vergleichbare Nähe zur privaten Lebensführung aufweise wie die übrigen in dieser Vorschrift genannten Ausgaben. Diese Auffassung des Finanzamts wurde vom Finanzgericht geteilt (FG Baden-Württemberg, Urteil vom 28.2.2011, Az. 6 K 2473/09). Aus dem Steuersparmodell war leider nichts geworden.

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