Hinweis auf Umwegfahrt im Fahrtenbuch erforderlich

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Der BFH hat erneut bekräftigt, dass bei größeren Umwegen ein Hinweis darauf im Fahrtenbuch unerlässlich ist.

Das Fahrtenbuch eines Selbstständigen wurde vom Finanzamt und anschließend auch vom Finanzgericht verworfen, weil es widersprüchliche Angaben enthielt. Wiederholte Fahrten zu demselben Ziel waren ohne Begründung mit Entfernungsangaben zwischen 232 und 288 km verzeichnet.

Der BFH teilte diese Auffassung und lehnte das Fahrtenbuch ebenfalls ab (BFH-Urteil vom 14.3.2012, VIII B 120/11, BFH/NV 2012 S. 949): Bei einer Abweichung nach oben von über 24 % liege eine Umwegfahrt vor, deren betriebliche Veranlassung im Fahrtenbuch festgehalten werden müsse. Der Unternehmer musste deshalb seinen Privatanteil nach der 1 %-Methode versteuern.

Wenn Sie das Risiko vermeiden wollen, dass Ihr zeitaufwendig erstelltes Fahrtenbuch nicht anerkannt wird, sollten Sie zumindest bei längeren Fahrten mit erheblicher Differenz zwischen direkter Fahrtstrecke und der von Ihnen gewählten Route den Grund für den Umweg und die Umwegroute zusätzlich im Fahrtenbuch vermerken, zum Beispiel: Stau auf A6 Mannheim–Heilbronn bei Sinsheim wegen Unfall, daher Umweg über Karlsruhe.

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