Ferrari bei Tierarztpraxis unangemessen

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Leistet sich ein Selbstständiger ein sehr teures Auto, darf das Finanzamt seine Kfz-Kosten auf einen angemessenen Betrag zusammenstreichen.

Ein Tierarzt für Kleintiere gönnte sich zusätzlich zu seinem VW-Multivan, für den er einen Privatanteil nach der 1 %-Methode versteuerte, einen geleasten Ferrari-Spider mit 400 PS. Er war der Meinung, angesichts seines Gewinns von rund 350.000 € seien das angemessene Kosten. Die jährliche Fahrleistung betrug nur etwa 3000 km. Aus dem sorgfältig geführten Fahrtenbuch ergab sich eine äußerst niedrige Privatnutzung. Dementsprechend waren die als Betriebsausgabe angesetzten Fahrtkosten horrend hoch.

Beim Finanzamt und auch beim Finanzgericht holte sich der Tierarzt jedoch eine Abfuhr. Das Fahrzeug bzw. das Leasing-Nutzungsrecht gehöre weder zum notwendigen noch zum gewillkürten Betriebsvermögen der Tierarztpraxis. Da die jährlichen Kosten in unausgewogenem Verhältnis zur geringen betrieblichen Nutzung stehen, dürften die nachgewiesenen Kilometerkosten von 14,56 EUro nicht als Betriebsausgabe abgezogen werden. Die Richter billigten dem Tierarzt für die nachgewiesenen betrieblichen Fahrten einen angemessenen Kostensatz von 2 € je Kilometer zu. Dabei orientierten sie sich an den Kosten eines Mercedes SL 600, also einem aufwendigeren Modell der Oberklasse (FG Nürnberg vom 27.1.2012, 7 K 966/2009 ). Wir halten es für unwahrscheinlich, dass der BFH zu einem anderen Ergebnis kommt (Az. der Revision beim BFH: VIII R 20/12).

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