Betriebs-Pkw: Angemessenheitsprüfung bei teuren Fahrzeugen

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Bei einem selbstständigen praktischen Arzt sind Anschaffungskosten für ein betrieblich und privat genutztes Auto unangemessen, soweit sie 100.000 DM überschreiten.

Das Finanzamt darf Betriebsausgaben kürzen, wenn sie unangemessen sind. Zum Streit über die Angemessenheit kommt es vor allem bei teuren Autos. Eine starre Obergrenze für einen angemessenen Kaufpreis gibt es nach der Rechtsprechung nicht. Die Höhe von Umsatz und Gewinn, die Bedeutung des Repräsentationsaufwands in der Branche, Art der Ausstattung und der Umfang betrieblicher Fahrten spielen bei der Beurteilung eine Rolle.

Der Fall: Ein praktischer Arzt leistete sich gleich zwei teure Fahrzeuge: einen Mercedes 500 C mit Anschaffungskosten von 169.113 DM und einen Mercedes 600 SL mit Anschaffungskosten von 196.693 DM. Das Finanzamt ließ Abschreibung nur auf die seiner Meinung nach angemessenen Anschaffungskosten von jeweils 100.000 DM zu. Den Privatanteil nach der 1%-Regelung berechnete es jedoch auf Basis des ungekürzten Listenpreises. Darüber hinaus sollte der Arzt einen Privatanteil nicht nur für ein Auto, sondern für beide Autos versteuern, obwohl er der einzige Nutzer war.

Das Urteil: Das Finanzgericht bestätigte die Auffassung des Finanzamts (FG Saarland, Urteil vom 17.12.2008, 1 K 2011/04). Begründung: Der Arzt habe eine persönliche Neigung für sportliche Fahrzeuge der oberen Hubraumklasse. Das zeige sich an der Ausstattung des Roadster mit einem aufwendigen Tuning und an der relativ kurzen Haltezeit der Fahrzeuge. Außerdem erhöhe sich der Umsatz eines Arztes nicht durch ein teures Fahrzeug.

Anmerkung der Redaktion: Nach einer Vereinfachungsregel der Finanzverwaltung muss ein alleinstehender Unternehmer mit mehreren Fahrzeugen im Betriebsvermögen nur für das Fahrzeug mit dem höchsten Listenpreis einen Privatanteil nach der 1%-Regelung versteuern (BMF-Schreiben vom 21.2.2002, BStBl 2002 I S. 148). Von dieser "Junggesellenklausel" gehen offensichtlich immer mehr Finanzämter ab. Sie berechnen den Privatanteil für jedes vorhandene betriebliche Fahrzeug. Und die Finanzgerichte sehen sich durch diese begünstigende Verwaltungsanweisung ohnehin nicht gebunden. Abhilfe schafft nur das Führen eines Fahrtenbuchs.

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