Betrieblich genutzter Oldtimer ist kein Steuersparmodell

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So manch ein Liebhaber von Oldtimern versucht, sein gutes Stück ins Betriebsvermögen einzulegen und den Fiskus an den hohen Kosten zu beteiligen. Die Chancen, dass das klappt, sind allerdings aufgrund neuer Entscheidungen eher gering.

Betriebliche Nutzung unter 50 %

Ein selbstständiger Arzt wollte seinen zu weniger als 50 % betrieblich genutzten Oldtimer Marke Austin dem gewillkürten Betriebsvermögen zuordnen. Das Finanzgericht lehnte das jedoch ab. Begründung: Das Auto sei als Sommerfahrzeug nicht ständig verfügbar und verursache sehr hohe Kilometerkosten. Damit aber sei es nicht geeignet, den Betrieb zu fördern und könne nicht als gewillkürtes Betriebsvermögen behandelt werden (FG Münster vom 29.4.2011, 4 K 4855/08 E ).

Betriebliche Nutzung über 50 %

Da liegt der Gedanke nahe, den Oldtimer ausschließlich oder überwiegend betrieblich zu nutzen. Denn dann gehört er automatisch zum notwendigen Betriebsvermögen. Aber auch das funktioniert nicht:

Ein Unternehmer legte seinen Oldtimer Marke Jaguar ins Betriebsvermögen ein und nutzte ihn nachweislich ausschließlich für Kundenbesuche. Die Jahresfahrleistung betrug 539 km. Nach einer Betriebsprüfung wurde der Betriebsausgabenabzug (Abschreibung und laufende Kosten) komplett gestrichen. Es handle sich um unangemessene Repräsentationsaufwendungen die nach § 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 4 EStG nicht abziehbar sind. Nach dieser Vorschrift dürfen Aufwendungen für Jagd oder Fischerei, für Segeljachten oder Motorjachten sowie für ähnliche Zwecke den Gewinn nicht mindern. Die Nutzung des Liebhaber-Fahrzeugs sei als ähnlicher Zweck anzusehen, da es eine vergleichbare Nähe zur privaten Lebensführung aufweise. Diese Auffassung wurde vom Finanzgericht und schließlich vom BFH geteilt (BFH-Beschluss vom 10.8.2011, I B 42/11 ).

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