"Subunternehmer auf dem Gebiet der EDV": gewerblich oder freiberuflich?

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Das Installieren einzelner Module von Standard-Softwareprogrammen ist eine gewerbliche Tätigkeit. Die Ähnlichkeit mit der freiberuflichen Tätigkeit eines Ingenieurs erkennt das FG Münster nicht an.

Der Fall: Der Kläger hatte Mathematik studiert und das zweite Staatsexamen für die Sekundarstufe II abgelegt. Zunächst arbeitete er als angestellter EDV-Organisator und Programmierer, anschließend "als Subunternehmer auf dem Gebiet der EDV". Eine seiner Aufgaben: Im Rahmen von SAP R/3-Einführungen installierte er das HR-Modul und passte es an die Bedürfnisse des Unternehmens an (Customizing, Datenmigration, Schulungen).

Er ging davon aus, dass es sich dabei um eine freiberufliche Tätigkeit handelt. Argument: Seine Tätigkeit sei der eines Ingenieurs ähnlich, zudem besitze er die Kenntnisse eines Diplom-Wirtschaftsinformatikers. Das Finanzamt nahm eine gewerbliche Tätigkeit an.

Das Urteil: Zwar übt ein selbstständiger Diplom-Informatiker eine Tätigkeit aus, die der eines Ingenieurs ähnlich ist. Damit ist ein Diplom-Informatiker grundsätzlich freiberuflich tätig. Hier ist der Steuerzahler jedoch gar kein Diplom-Informatiker, sondern hat Mathematik auf Lehramt studiert. Ob er vielleicht doch über entsprechende Kenntnisse verfügt, konnte im vorliegenden Fall dahinstehen. Denn auch die tatsächlich ausgeübte Tätigkeit war für die Richter mit der eines Diplom-Informatikers nicht vergleichbar: Die Umstellung eines einzelnen Moduls eines Software-Systems ist keine ingenieurs-ähnliche Tätigkeit, lautete ihr Urteil.

Folge: Der Subunternehmer ist hier Gewerbetreibender (FG Münster, Urteil vom 22.8.2008, Az. 12 K 3696/05 G; Nichtzulassungsbeschwerde eingelegt, Az. beim BFH: VIII B 205/08).

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