Statistik: Ergebnis der steuerlichen Betriebsprüfung 2008

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Kaum Nachzahlungen bei Kleinbetrieben, lautet das Ergebnis der Betriebsprüfungen aus dem Jahr 2008. Wie viel Geld holten die Prüfer für den Fiskus raus? Und wer wird überhaupt wie oft geprüft?

Etwa 7,5 Mio Klein- und Kleinstbetriebe waren im Jahr 2008 angemeldet, knapp 114.000 davon bekamen Besuch von einem der 13.337 Betriebsprüfer.

Wie viel Geld holten die Prüfer für den Fiskus raus?

Bei den Kleinbetrieben fanden sie 592 Mio Euro, bei Kleinstbetrieben 909 Mio Euro. Wenig überraschend: Am meisten mussten Großbetriebe nachzahlen - insgesamt 12,2 Mrd Euro.

Pro Prüfung ergab das eine durchschnittliche Nachzahlung von 13.195 Euro bei Klein- und Kleinstbetrieben sowie von 281.284 Euro bei Großbetrieben.

Wer und wie oft wird geprüft?

Während Großbetriebe lückenlos überprüft werden, sinkt die Prüfungs-Wahrscheinlichkeit mit abnehmender Betriebsgröße:

  • Betriebe, die einen Umsatz von bis zu 155.000 Euro oder einen Gewinn von maximal 32.000 Euro pro Jahr haben, fallen in die Kategorie Kleinstbetriebe. Der Inhaber eines Kleinstbetriebes muss im Durchschnitt alle 88 Jahre mit einer Betriebsprüfung rechnen.
  • Ein sogenannter Kleinbetrieb mit einem Umsatz von über 155.000 Euro oder einem Gewinn von mehr als 32.000 Euro wird im Durchschnitt alle 25 Jahre geprüft.

Folge: Inhaber eines kleinen Betriebes begegnen in ihrem gesamten Unternehmerleben mit etwas Glück keinem einzigen Betriebsprüfer.

Hintergrund:

Viele Betriebsprüfungen sind reine Routinemaßnahmen der Finanzverwaltung. Die Auswahl der zu prüfenden Betriebe wird manchmal sogar dem Zufall überlassen. Ein solches Vorgehen des Finanzamtes ist rechtlich nicht zu beanstanden (BFH-Urteil vom 2.9.1988, III R 280/84, BStBl. 1989 II S. 4). Problematisch ist an solchen "Zufallsprüfungen" vor allem, dass sie aus heiterem Himmel kommen und den Unternehmer völlig unvorbereitet treffen.

Insbesondere in den folgenden Fällen erhöht sich die Wahrscheinlichkeit einer Betriebsprüfung sprunghaft:

  • Das Finanzamt hatte schon oft Probleme mit Ihrer Steuererklärung, weil Ihre Angaben unvollständig oder fehlerhaft waren.
  • Sie erzielen bereits jahrelang Verluste, die Sie mit anderen positiven Einkünften verrechnen.
  • Ihr Gewinn schwankt erheblich über die Jahre, Ihr Umsatz dagegen nicht.
  • Umsatz und Gewinn weichen deutlich von den amtlichen Richtsätzen (= Branchen-Durchschnittssätze) ab.
  • Ihr Betrieb hat erhebliches Anlagevermögen und Sie erklären die Betriebsaufgabe.

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