Rechtsanwalt als Berufsbetreuer: gewerbliche Einkünfte

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Erzielt ein Rechtsanwalt immer Einkünfte aus freiberuflicher Tätigkeit, unabhängig davon, was er konkret macht? Das sieht das FG Hamburg anders.

Einem Volljuristen, der als selbstständiger Rechtsanwalt und berufsmäßiger Betreuer tätig war, bescheinigte es gewerbliche Einkünfte aus der Tätigkeit als Betreuer. Folge: Der größte Teil seines Gewinns war gewerbesteuerpflichtig.

Begründung: Es kommt nicht nur auf die Zugehörigkeit zu einer Berufsgruppe an. Vielmehr muss auch die tatsächlich ausgeübte Tätigkeit freiberuflicher Art sein, d.h.: typisch für den Katalogberuf. Ein Betreuer braucht jedoch weder spezifische juristische Kenntnisse noch eine juristische Ausbildung. Einzelne juristische Aufgaben, die der Rechtsanwalt im Rahmen der Betreuungstätigkeit übernommen hat, prägten die Tätigkeit nicht (FG Hamburg, Urteil vom 17.11.2008, Az. 6 K 159/06, rkr, EFG 2009 S. 412). Der BFH hat bereits 2004 entschieden, dass Berufsbetreuer keine Freiberufler sind (BFH, Urteil vom 4.11.2004, Az. IV R 26/03, BFH/NV 2005 S. 457). Damals ging es um einen Diplom-Pädagogen und Gestalttherapeuten, der als berufsmäßiger Betreuer selbständig tätig war.

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