Kunsttherapie: Ohne Unternehmertum auch keine Umsatzsteuer

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Wer kunsttherapeutische Leistungen ohne eigenes unternehmerisches Risiko nur unter der umfassenden Aufsicht eines Arztes und in dessen Praxisräumen erbringt, ist nicht unternehmerisch tätig. Die Leistungen unterliegen dann nicht der Umsatzsteuer.

Daher erübrigte sich im vorliegenden Fall die Frage, ob kunsttherapeutische Leistungen unter die Steuerbefreiung des § 4 Nr. 14 UStG fallen.

Im Streit vor dem FG Hessen ging es um eine Kunsttherapeutin, die als freie Mitarbeiterin stundenweise in der kinder- und jugendpsychotherapeutischen Praxis ihres Ehemanns, eines Facharztes für Psychiatrie und Psychotherapie, arbeitete.

Das FG entschied, dass die Umsätze aus den kunsttherapeutischen Leistungen nicht umsatzsteuerpflichtig seien. Vor allem die umfassende ärztliche Überwachung der Tätigkeit der Ehefrau spreche gegen deren Unternehmertum. Hinzu komme, dass sie kein volles unternehmertypisches Kostenrisiko getragen, Leistungen ausschließlich gegenüber den Patienten ihres Ehemannes erbracht habe sowie an die Öffnungszeiten der Praxis gebunden gewesen sei (FG Hessen, Urteil vom 19.10.2009, Az. 6 K 3138/06).

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