Bundesfinanzhof verschafft Existenzgründern einen Steuervorteil

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Selbstständige, die bereits im Jahr vor der Betriebseröffnung einen Investitionsabzugsbetrag für die Anschaffung eines Wirtschaftsgutes bilden möchten, können sich über ein neues BFH-Urteil freuen. Danach hängt die Bildung der Rücklage nicht von der Bestellung des Gegenstandes ab.

Ein Unternehmer kann schon vor dem Kauf eines abnutzbaren beweglichen Wirtschaftsguts des Anlagevermögens bis zu 40 % der voraussichtlichen Anschaffungskosten gewinnmindernd berücksichtigen (Investitionsabzugsbetrag).

Damit der Investitionsabzugsbetrag vom Finanzamt anerkannt wird, ist die Investitionsabsicht glaubhaft zu machen. Dafür ist es zum Beispiel erforderlich, die voraussichtlichen Anschaffungskosten und die Funktion des anzuschaffenden Wirtschaftsgutes festzuhalten.

Unklar, weil gesetzlich nicht eindeutig geregelt, war lange Zeit, ob das Wirtschaftsgut bereits verbindlich bestellt sein muss, wenn der Investitionsabzugsbetrag schon im Jahr vor der Betriebseröffnung gebildet wird. Der BFH hat nun entschieden, dass eine verbindliche Bestellung des Investitionsobjektes in einem solchen Fall nicht zwingend ist (BFH-Urteil vom 20.6.2012, X R 42/11, DStR 2012 S. 6).

Es drängt sich natürlich die Frage auf, welche Alternativen zur verbindlichen Bestellung existieren, um die Investitionsabsicht glaubhaft zu machen. Nicht ausreichen dürfte das bloße Einholen von Kostenvoranschlägen oder Finanzierungsangeboten. Denn daraus lässt sich nicht sicher auf eine vorhandene Investitionsabsicht schließen. Dagegen ist der Nachweis der Investitionsabsicht erbracht, wenn bereits konkrete Kaufverhandlungen über den Erwerb des Investitionsobjekts geführt werden, die dann im Folgejahr zeitnah zu einer Bestellung führen.

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