Versteuerung von Leistungen einer Praxisausfallversicherung

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Eine Praxisausfallversicherung springt ein, wenn ein Betriebsinhaber sein Unternehmen schließen muss, zum Beispiel wegen Krankheit. Sind die Zahlungen der Versicherung steuerpflichtig? Es kommt darauf an, wofür gezahlt wird, sagt der BFH.

Eine Praxis- oder Kanzleiausfallversicherung wird vor allem von Freiberuflern und Einzelgewerbetreibenden in Anspruch genommen. Sie ersetzt die laufenden Praxis- oder Kanzleikosten (Miete, Leasingraten, Personalkosten usw.)

  • im Falle einer krankheits- oder unfallbedingten Arbeitsunfähigkeit des Betriebsinhabers,
  • im Falle einer gesundheitspolizeilich verfügten Quarantänemaßnahme oder
  • auch bei einer durch Brand, Wasser, Einbruch ausgelösten Betriebsunterbrechung.

Handelt es sich bei den Zahlungen der Versicherung um steuerpflichtige Betriebseinnahmen?

Im konkreten Fall hatte eine Ärztin eine Praxisausfallversicherung abgeschlossen. Nach einem Sturz war sie längere Zeit krank geschrieben. Die Versicherung erstattete ihr die fortlaufenden Betriebskosten.

Das Urteil der Richter: Soweit das Krankheitsrisiko abgedeckt wird, handelt es sich um eine private Versicherung. Argument: Krankheit ist, von Sonderfällen wie der Berufskrankheit abgesehen, grundsätzlich kein betriebliches, sondern ein privates Risiko. Die Versicherungsleistung ist nicht zu versteuern. Umgekehrt sind die an die Versicherung gezahlten Beiträge nicht als Betriebsausgaben abziehbar (BFH, Urteil vom 20.5.2009, Az. VIII R 6/07).

Faustregel

Die Praxisausfallversicherung...

  • ...deckt das Krankheitsrisiko ab: Zahlungen der Versicherung sind nicht steuerpflichtig, Beiträge sind keine Betriebsausgaben;
  • ... deckt das Quarantänerisiko ab (Risiko, dass eine Ordnungsbehörde die Schließung der Praxis anordnet): Zahlungen der Versicherung sind steuerpflichtig, Beiträge sind Betriebsausgaben.

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