Streit ums Arbeitszimmer erreicht den BFH

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Viele Selbstständige liegen derzeit mit ihrem Finanzamt im Clinch um die Anerkennung der Kosten ihres häuslichen Arbeitszimmers. Lehnt Ihr Finanzamt den  Abzug der Kosten als Betriebsausgaben ab, können Sie sich nun auf ein beim BFH anhängiges Verfahren berufen.

Seit 2007 dürfen die Ausgaben für ein häusliches Arbeitszimmer nur noch steuerlich geltend gemacht werden, wenn der Raum Mittelpunkt der gesamten beruflichen und  betrieblichen Tätigkeit ist. Insbesondere Unternehmer, die viel auswärts tätig sind, wie zum Beispiel Handelsvertreter oder Berater, aber auch nebenberuflich Selbstständige werden von der neuen Rechtslage benachteiligt. Denn diese Personen haben zwar oft ein häusliches Arbeitszimmer. Das Zimmer wird vom Finanzamt aber regelmäßig nicht als Mittelpunkt der Gesamttätigkeit angesehen. Der Ausgabenabzug wird daher abgelehnt.

Nun hat endlich eine der vielen gegen die neue gesetzliche Abzugsbeschränkung gerichteten Klagen den BFH erreicht und ist dort anhängig (Az. des BFH VI R 13/09). Als Betroffener können Sie damit ab sofort auf einen eigenen Rechtsstreit mit dem Finanzamt verzichten, ohne dadurch Nachteile zu erleiden.

Hat Ihr Finanzamt Ihnen die Ausgaben für Ihr häusliches Arbeitszimmer gestrichen, können Sie Einspruch gegen Ihren Steuerbescheid einlegen und unter Hinweis auf die beim BFH anhängige Revision das Ruhen des Verfahrens beantragen. Das Finanzamt ist verpflichtet, Ihrem Antrag stattzugeben. Über Ihren Einspruch wird erst entschieden, wenn das BFH-Verfahren abgeschlossen ist. 

Steuertipp

Ein Einspruch macht natürlich nur dann Sinn, wenn Sie die Kosten Ihres häuslichen Arbeitszimmers auch steuerlich geltend gemacht haben und Ihr Finanzamt den Betriebsausgabenabzug abgelehnt hat. Denken Sie also daran, die Kosten Ihres häuslichen Arbeitszimmers in Ihrer Steuererklärung 2008 anzugeben.

Sollten Sie in Ihrer Steuererklärung 2007 von vornherein auf den Betriebsausgabenabzug verzichtet haben, können Sie Ihre Ausgaben oft noch nachträglich gegenüber dem Finanzamt erklären. Voraussetzung ist, dass Ihr Steuerbescheid 2007 bislang nicht bestandskräftig ist, weil er zum Beispiel unter dem Vorbehalt der Nachprüfung steht.

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