Steuervorteil bei Erhalt eines Honorars für mehrjährige Tätigkeit?

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Zu einem Steuervorteil kann es kommen, wenn einem Selbstständigen die Vergütung für eine mehrjährige Tätigkeit geballt in einem Jahr zufließt. Allein die Zahlung reicht aber nicht aus, um sich die Steuervergünstigung zu sichern.

Ein Rechtsanwalt erhielt einen Großauftrag, dessen Bearbeitung sich über mehrere Jahre hinzog. Der Auftrag machte über 50 Prozent des durchschnittlichen Jahresumsatzes aus. Das vereinbarte Honorar floss dem Anwalt in einem Jahr zu. Der Jurist beantragte, die Vergütung als außerordentliche Einkünfte zu behandeln.

Finanzamt und Finanzgericht lehnten dies ab. Da die Revision vor dem Bundesfinanzhof nicht zugelassen wurde, reichte der Rechtsanwalt eine Nichtzulassungsbeschwerde ein.

Der Bundesfinanzhof wies die Beschwerde zurück (Beschluss vom 30.07.2007, Az. XI B 11/07, BFH/NV 2007 S. 1890). Nach Auffassung des Gerichts hatte der Rechtsanwalt keine außerordentlichen Einkünfte erzielt und somit auch keinen Anspruch auf eine Steuerermäßigung. Um "eine Vergütung für eine mehrjährige Tätigkeit" und damit um außerordentliche Einkünfte handelt es sich nämlich nur in den folgenden Fällen:

  1. Ein Selbstständiger hat sich mehrere Jahre ausschließlich einer bestimmten Sache gewidmet und die Vergütung dafür in einem einzigen Veranlagungszeitraum erhalten.
  2. Es handelt sich um eine über mehrere Jahre erstreckende Sondertätigkeit, die von der übrigen Tätigkeit des Steuerpflichtigen ausreichend abgrenzbar ist, nicht zum regelmäßigen Gewinnbetrieb gehört und in einem einzigen Jahr entlohnt wird.
  3. Ein Steuerpflichtiger erhält für eine mehrjährige Tätigkeit eine Nachzahlung in einem Betrag aufgrund einer vorausgegangenen rechtlichen Auseinandersetzung.

Liegen außerordentliche Einkünfte vor, wird die 1/5-Regelung angewendet, die zu einer beträchtlichen Steuerersparnis führen kann. Der Steuersenkungs-Effekt resultiert aus der Besteuerung der außerordentlichen Einkünfte mit einem Steuersatz, der unterhalb des regulären Spitzensteuersatzes liegt.

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