Sind Selbstständige mit doppelter Haushaltsführung benachteiligt?

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Der BFH muss entscheiden, ob Selbstständige, die für ihre Familienheimfahrten den Geschäftswagen nutzen, gegenüber Arbeitnehmern verfassungswidrig benachteiligt sind.

Wenn ein Arbeitnehmer mit doppelter Haushaltsführung für seine Familienheimfahrten den Firmenwagen nutzt, braucht er für eine Heimfahrt wöchentlich keinen Nutzungswert zu versteuern. Er darf für diese Fahrt dann aber auch keine Werbungskosten geltend machen (§ 9 Abs.2 Satz 9 EStG).

Selbstständige dagegen müssen bei Anwendung der 1%-Methode für jede Familienheimfahrt mit dem Betriebs-Pkw einen zusätzlichen Nutzungwert nach dieser Formel versteuern: Listenpreis x 0,002% x Entfernungskilometer. Als Betriebsausgabe abziehbar ist jedoch nur die Kilometerpauschale. Bei hohem Listenpreis und großer Entfernung kann das zu einer erheblichen Steuerbelastung führen. Nun muss der Bundesfinanzhof klären, ob durch die unterschiedlichen Vorschriften Selbstständige verfassungswidrig benachteiligt werden (Az. des BFH: VIII R 24/09). Betroffene sollten ihren Steuerbescheid in diesem Punkt offenhalten.

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