Müssen Einkommensteuer-Vorauszahlungen zwingend gleichmäßig auf das Jahr verteilt werden?

 - 

Der BFH muss klären, ob die Einkommensteuer-Vorauszahlungen eines Selbstständigen gleichmäßig auf das Jahr zu verteilen sind oder ob auch eine andere Verteilung entsprechend dem tatsächlichen Gewinnzufluss möglich ist.

Ein selbstständiger Rechtsanwalt ärgerte sich darüber, dass seine Einkommensteuer-Vorauszahlungen vom Finanzamt gleichmäßig auf die vier Zahlungstermine im Jahr verteilt wurden. Er hatte nämlich ausgerechnet, dass er üblicherweise im ersten Halbjahr nur 30 Prozent seines Jahresgewinns erzielte, während auf das zweite Halbjahr 70 Prozent entfielen. Deshalb stellte er bei seinem Finanzamt den Antrag, zum Zahlungstermin im ersten und zweiten Quartal jeweils nur 15 Prozent der voraussichtlichen Jahressteuer festzusetzen, und dafür im dritten und vierten Quartal jeweils 35 Prozent. Das hätte seine Liquidität deutlich verbessert.

Das Finanzgericht Baden-Württemberg lehnte diesen Antrag jedoch ab (Urteil vom 24.7.2008, Az. 5 K 1521/08). Zwar schreibe das Gesetz in § 37 EStG nicht eindeutig eine gleichmäßige Verteilung vor. Diese ergebe sich jedoch aus der inneren Logik der Vorschrift.

 

Steuertipp
Nun muss sich der BFH mit dem durchaus verständlichen Anliegen des Anwalts befassen (Az. VIII R 11/09). Nach unserer Einschätzung ist allerdings aus praktischen Gründen die Wahrscheinlichkeit sehr gering, dass dem Antrag stattgegeben wird.

 

Weitere News zum Thema

  • Anlage EÜR 2017: Formular wird Pflicht für alle!

    [] Bisher galt: Selbstständige und Gewerbetreibende, deren Betriebseinnahmen unter 17.500 Euro im Jahr liegen, dürfen eine formlose Gewinnermittlung abgeben und müssen das Formular nicht benutzen. Damit ist es ab der Steuererklärung für 2017 vorbei! mehr

  • EÜR: Keine Pflicht zum Kassenbuch, aber Aufzeichnungen müssen sein!

    [] Bei der Gewinnermittlung nach § 4 Abs. 3 EStG besteht zwar grundsätzlich keine Pflicht zum Führen eines Kassenbuchs, denn es gibt keine Bestandskonten und somit auch kein Kassenkonto. Trotzdem müssen Geschäftsvorfälle fortlaufend, vollständig und richtig verzeichnet werden. mehr

  • Bescheidkorrektur bei übersehenen Betriebsausgaben

    [] Wenn ein Selbstständiger erst nach Jahren bemerkt, dass er versehentlich Betriebsausgaben nicht geltend gemacht hat, kann er manchmal eine Korrektur des bereits bestandskräftigen Steuerbescheids erreichen, wie ein aktuelles Urteil des Bundesfinanzhofs zeigt. mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Steuertipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Steuertipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.