Lebensmittelverkauf: steuerpflichtiger Eigenverbrauch droht

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Selbstständigen, die mit Lebensmitteln handeln, wird vom Finanzamt regelmäßig der Eigenverbrauch von Waren unterstellt, der in der Überschuss-Rechnung als Einnahme zu erfassen ist.

Die Höhe des Eigenverbrauchs und damit der zu versteuernden Einnahme hängt von zwei Faktoren ab: der Art der gewerblichen Tätigkeit und der Zahl der Haushaltsangehörigen. Die vom Bundesfinanzministerium festgelegten personenbezogenen Pauschalen werden jährlich überprüft und bei Bedarf angepasst. Die Pauschalen für die Kalenderjahre 2010 und 2011 können Sie über den folgenden Link aufrufen: Pauschbeträge für unentgeltliche Wertabgaben

Manch Selbstständiger empfindet den Ansatz von Pauschalen als ungerecht und versucht daher, vollständig oder zumindest teilweise um sie herumzukommen. Das aber gelingt nur, wenn aussagekräftige Aufzeichnungen über den Eigenverbrauch innerhalb eines Jahres vorliegen.

Die bloße Behauptung, keine oder nur in sehr geringem Umfang Waren für den Eigenverbrauch aus dem Betrieb für den privaten Konsum entnommen zu haben, reicht nicht aus, um den Ansatz der Pauschalen zu verhindern. Das zeigt der folgende Fall:

Ein Selbstständiger war Inhaber eines Fleischereibetriebes. In den Verkaufsräumen  wurde eine Heißtheke betrieben, in der täglich drei Gerichte zum Verzehr angeboten wurden. Der Fleischermeister behauptete, den Lebensmittelbedarf seiner fünfköpfigen Familie durch Einkäufe bei Discountern gedeckt zu haben. Diese Aussage zielte darauf ab, den Ansatz von Pauschalen durch das Finanzamt zu verhindern. Denn schließlich hätten die Pauschalen für alle Familienmitglieder zusammen 4.410 Euro im Jahr betragen.

Der Unternehmer hatte weder für sich noch für die Mitglieder seiner Familie Aufzeichnungen über Warenentnahmen geführt. Den Verzicht auf Aufzeichnungen begründete er damit, dass es zu keiner einzigen Warenentnahme gekommen sei. Genau das hielt das Finanzamt für nicht plausibel und setzte daher für alle Haushaltsangehörigen pauschale Entnahmebeträge fest. Das Finanzgericht Mecklenburg-Vorpommern hielt dieses Vorgehen für rechtmäßig: Fehlen Aufzeichnungen über den Eigenverbrauch, sind die vom Bundesfinanzministerium festgelegten Pauschalen anzusetzen (Urteil vom 17.3.2010, Az. 3 K 108/06, nicht veröffentlicht).

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