Internet-Händler: Das gehört zu Ihren Betriebsausgaben

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Wenn Sie bei Internet-Auktionen Gegenstände versteigern, fallen eine ganze Reihe von Kosten an. Vergessen Sie nicht, diese Aufwendungen als Betriebsausgaben abzuziehen!

Zu den Betriebsausgaben gehören zum Beispiel

  • Geldtransferkosten,
  • Gebühren an Kreditkartenunternehmen,
  • Kosten für einen Treuhand-Service,
  • PayPal-Gebühren,
  • Kosten für einen Shop im Auktionshaus,
  • Aufwendungen für das Einstellen Ihrer Waren im Auktionshaus,
  • Kosten für Special Services, wie zum Beispiel eBay-Marktanalysen.

Rechnungen von im Ausland ansässigen Unternehmen: Das müssen Sie beachten

Vorsicht bei im Ausland ansässigen Unternehmen wie eBay oder Amazon: Für Gebühren, die Ihnen solche Unternehmen in Rechnung stellen, schulden Sie als Leistungsempfänger die Umsatzsteuer (§ 13b UStG)! Schauen Sie sich die Rechnung von Internet-Plattformen deshalb immer genau an. Schickt Ihnen das Unternehmen Netto-Rechnungen, nachdem Sie ihm Ihre USt-ID-Nummer mitgeteilt haben, ist dies ein Indiz dafür, dass Sie die Umsatzsteuer nach § 13b UStG schulden.

In der Praxis haben Sie keinen finanziellen Nachteil. Sie müssen die Umsatzsteuer zwar an den deutschen Fiskus zahlen, können den Betrag aber gleichzeitig als Vorsteuer geltend machen. Achtung: Dies gilt nicht für Kleinunternehmer. Kleinunternehmer müssen zwar ebenfalls die Umsatzsteuer abführen, dürfen aber nicht die Vorsteuer gegenrechnen. Ihnen entsteht also ein finanzieller Nachteil in Höhe der Umsatzsteuer.

Verzicht auf die Kleinunternehmer-Regelung?

Für eBay-Händler kann es sich lohnen, auf die Kleinunternehmer-Regelung zu verzichten. Zwar entsteht mehr bürokratischer Aufwand durch die Abgabe der Umsatzsteuer-Erklärungen, aber die Aufwedungen für eBay-Gebühren verringern sich um die 19-prozentige Umsatzsteuer. Betroffene sollten ausrechnen, wie hoch das jährliche Sparpotential ist und abwägen, ob sich der Verzicht lohnt.

In der Gewinnermittlung Ihrer Steuer-Spar-Erklärung gehen Sie so vor: Erfassen Sie die eBay-Gebühren (oder vergleichbaren Aufwand) als Betriebsausgabe mit 0% Umsatzsteuer. Wechseln Sie dann in den Bereich "Umsatzsteuererklärung" und den Unterpunkt "Anlage UR". Dort erfassen Sie unterhalb der Überschrift "Leistungsempfänger als Steuerschuldner (§ 13b UStG)" im Feld "Werkliefer./Leistungen ausl. Unternehmer" 19% des Netto-Rechnungsbetrags als Umsatzsteuer. Anschließend wechseln Sie vom Unterpunkt "Anlage UR" in den Unterpunkt "abziehbare Vorsteuer". Dort tragen Sie in das Feld "Vorsteuer nach § 13 UStG" ebenfalls 19% des Netto-Rechnungsbetrags ein.

Probleme gab es in der Vergangenheit mit Kontoauszügen von PayPal. Denn das Unternehmen bietet in der Regel nur einen elektronischen Kontoauszug an, den sich der Kunde herunterladen muss. Dort werden Gebühren und Geldtransfers aufgelistet. Dieses Dokument entspricht bisher nicht den Anforderungen des deutschen Gesetzgebers an eine ordnungsgemäße Rechnung!

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