Honorarnachzahlung: Keine Steuervorteile bei Verteilung auf drei Jahre

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Erhält ein Freiberufler eine Honorarnachzahlung, die ihm über drei Jahre verteilt ausgezahlt wird, so steht ihm dafür nicht die Steuervergünstigung der Fünftelregelung zu.

Im Gesundheitsbereich kommt es öfter zu gerichtlichen Auseinandersetzungen über die Höhe der Vergütung. Nach einer früheren Entscheidung des BFH kann eine sich daraus ergebende Honorarnachzahlung als "Vergütung für eine mehrjährige Tätigkeit" mit der Fünftelregelung ermäßigt besteuert werden, wenn sie in einem Kalenderjahr zusammengeballt zufließt (§ 34 Abs. 2 Nr.4 EStG). Dadurch wird die Steuerbelastung abgemildert. Nicht entschieden war bisher die Frage, ob auch bei Verteilung der Nachzahlung auf zwei oder drei Jahre Anspruch auf die Steuervergünstigung besteht.

Ein Diplom-Psychologe war als Psychotherapeut selbstständig tätig. Er rechnete seine Leistungen mit der Kassenärztlichen Vereinigung ab. In den Jahren 1993 bis 1998 legte er Widerspruch gegen seine Honorarbescheide ein. Für seine Tätigkeit in diesem Zeitraum erhielt er später Nachvergütungen in Höhe von insgesamt 51.723 Euro. Diese Honorarnachzahlung floss ihm in den Jahren 2000, 2001 und 2002 zu. Der Psychologe beantragte die ermäßigte Besteuerung mit der Fünftelregelung.

Das hat der BFH abgelehnt (Urteil vom 21.4.2009, Az. VIII R 65/06, BFH/NV 2009 S. 1973). Schon bei einer auf zwei Jahre verteilten Nachzahlung könne die Steuervergünstigung nur in eng begrenzten Ausnahmefällen gewährt werden. Verteile sich die Auszahlung jedoch auf drei oder mehr Kalenderjahre, komme die Fünftelregelung nicht in Betracht. Denn sonst sei gerade bei betrieblichen Einkünften mit typischerweise schwankenden Einnahmen eine klare Abgrenzung zwischen den ordentlichen, der normalen Besteuerung unterliegenden Einkünften und den außerordentlichen, begünstigt zu besteuernden Einkünften nicht mehr möglich.

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