Due Diligence-Kosten sind Anschaffungsnebenkosten der Beteiligung

 - 

Bei der Anschaffung von Gesellschaftsanteilen sind die Kosten der finanziellen und rechtlichen Due Diligence keine sofort abziehbaren Betriebsausgaben, sondern den Anschaffungskosten zuzuordnen.

Geklagt hatte eine deutsche Aktiengesellschaft. Sie hatte im Zusammenhang mit dem Erwerb einer britischen Limited und zweier niederländischer Unternehmen ca. 350.000 Euro für die finanzielle und rechtliche Due Diligence. Die Kosten behandelte sie als sofort abziehbare Betriebsausgaben.

Das Finanzamt ging jedoch von aktivierungspflichtigen Anschaffungsnebenkosten aus und wurde in dieser Auffassung jetzt von FG Köln bestätigt. Gutachtenkosten, die im Zusammenhang mit der Anschaffung von GmbH-Geschäftsanteilen anfallen, urteilten die Richter in Übereinstimmung mit der Rechtsprechung des BFH, sind als Anschaffungsnebenkosten zu aktivieren, wenn sie nach einem grundsätzlich gefassten Erwerbsentschluss entstehen und das Gutachten nicht lediglich der Vorbereitung einer noch unbestimmten, erst später zu treffenden Erwerbsentscheidung dient.

Maßgeblich für diese Entscheidung war, dass zum Zeitpunkt der Erteilung eines Due Diligence Auftrags regelmäßig davon auszugehen ist, dass bereits eine grundsätzliche Erwerbsentscheidung gefallen ist. Die Annahme, ein Zielunternehmen eröffne einem Interessenten einen derartig weitgehenden Zugriff auf die Unternehmensinterna, ohne dass die Geheimhaltung und ein gemeinsames Ziel wie ein Kauf oder eine Verschmelzung vereinbart worden seien, hielten die Richter für lebensfremd (FG Köln, Urteil vom 6.10.2010, Az. 13 K 4188/07).

Die Richter ließen die Revision zum BFH zu, da die einschlägigen Entscheidungen des BFH jeweils zu Überschusseinkünften und nicht zu den teilweise durch Sondervorschriften geprägten Gewinneinkünften ergangen sind.

Weitere News zum Thema

  • Bescheidkorrektur bei übersehenen Betriebsausgaben

    [] Wenn ein Selbstständiger erst nach Jahren bemerkt, dass er versehentlich Betriebsausgaben nicht geltend gemacht hat, kann er manchmal eine Korrektur des bereits bestandskräftigen Steuerbescheids erreichen, wie ein aktuelles Urteil des Bundesfinanzhofs zeigt. mehr

  • Überentnahmen: Kurzfristige Einlage nicht erlaubt

    [] Wenn Sie mehr aus dem Betriebsvermögen entnehmen, als Ihrem Betrieb zuvor durch Einlagen und Gewinne zugeführt worden ist, spricht man von einer Überentnahme. Für Schuldzinsen gilt dann: Soweit sie auf Überentnahmen beruhen, dürfen sie nicht abgezogen werden. mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Steuertipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Steuertipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.