BSG: Für Aufträge an selbstständige Werbefotografen ist Künstlersozialabgabe fällig

 - 

Nach einer Entscheidung des Bundessozialgerichts muss ein Werbeunternehmen für Aufträge an selbstständige Werbefotografen die Künstlersozialabgabe zahlen, auch wenn der Fotograf nicht in der Künstlersozialkasse versichert ist.

Ein als "Werkstatt für Werbung" auftretendes Unternehmen stellte Produkte der Druckvorstufe her und erteilte seit 2004 einem selbstständigen, in der Handwerksrolle eingetragenen Fotografenmeister Aufträge für Werbefotografien. Der Fotograf selbst war nicht in der Künstlersozialkasse versichert.

Bei einer Betriebsprüfung durch die Rentenversicherung (DRV) wurde festgestellt, dass sich das Unternehmen mit Werbung und Öffentlichkeitsarbeit für Dritte befasse und dazu regelmäßig Künstler einschalte. Da Werbefotografien zur "bildenden Kunst" gehörten, seien dafür bezahlte Honorare mit der Künstlersozialabgabe belegt. Die GmbH sollte deshalb für die Jahre 2004 bis 2006 Künstlersozialabgabe von insgesamt 4.487 Euro nachzahlen. Dagegen klagte sie.

Das Bundessozialgericht hat die Klage zurückgewiesen und damit seine bisherige Rechtsprechung bestätigt (BSG, Urteil vom 25.11.2010, Az. B 3 KS 1/10 R). Für die GmbH blieb es also bei der Nachzahlung. Begründung: Ebenso wie andere Berufsfelder, die am kreativen Prozess der Gestaltung von Werbung und Werbemitteln beteiligt sind (z.B. Werbesprecher, Werbegrafiker, Werbetexter), müsse auch die Werbefotografie in ihrer gesamten Bandbreite in die Abgabepflicht einbezogen werden. Eine Differenzierung nach künstlerischer Qualität oder Werkhöhe habe nicht zu erfolgen. Auch die Breite des gestalterischen Spielraums im Einzelfall spiele keine Rolle. Ein handwerklich ausgebildeter Fotograf sei als "bildender Künstler" einzustufen, wenn er als Werbefotograf das handwerkliche Berufsfeld verlasse.

Weitere News zum Thema

  • Anlage EÜR 2017: Formular wird Pflicht für alle!

    [] Bisher galt: Selbstständige und Gewerbetreibende, deren Betriebseinnahmen unter 17.500 Euro im Jahr liegen, dürfen eine formlose Gewinnermittlung abgeben und müssen das Formular nicht benutzen. Damit ist es ab der Steuererklärung für 2017 vorbei! mehr

  • EÜR: Keine Pflicht zum Kassenbuch, aber Aufzeichnungen müssen sein!

    [] Bei der Gewinnermittlung nach § 4 Abs. 3 EStG besteht zwar grundsätzlich keine Pflicht zum Führen eines Kassenbuchs, denn es gibt keine Bestandskonten und somit auch kein Kassenkonto. Trotzdem müssen Geschäftsvorfälle fortlaufend, vollständig und richtig verzeichnet werden. mehr

  • Bescheidkorrektur bei übersehenen Betriebsausgaben

    [] Wenn ein Selbstständiger erst nach Jahren bemerkt, dass er versehentlich Betriebsausgaben nicht geltend gemacht hat, kann er manchmal eine Korrektur des bereits bestandskräftigen Steuerbescheids erreichen, wie ein aktuelles Urteil des Bundesfinanzhofs zeigt. mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Steuertipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Steuertipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.