Bewirtung freier Mitarbeiter bei Schulungen

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Werden freie Mitarbeiter bei einer Schulung verpflegt, dürfen die Kosten in voller Höhe als Betriebsausgaben abgezogen werden. Das geht aus einem Urteil des FG Rheinland-Pfalz hervor.

Der Fall: Der Kläger stellt Töpfe und Pfannen her, die von freien Mitarbeitern in verschiedenen Kaufhäusern vorgeführt werden. In Schulungen informiert er die freien Mitarbeiter über Produktneuheiten sowie darüber, wie Kochvorführungen und Verkaufsgespräche am besten gestaltet werden. An den Schulungstagen erhalten die freien Mitarbeiter ein Mittagessen. Da es sich nicht um Angestellte des Topf-Fabrikanten handelt, wollte das Finanzamt nur 80% (nach heutiger Gesetzeslage wären es sogar nur 70%) der Bewirtungskosten anerkennen (§ 4 Abs. 5 Nr. 2 EStG).

Das Urteil: Zwar waren nach § 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 2 EStG a.F. die Kosten geschäftlicher Bewirtungen zu 20% nicht abzugsfähig (heute sind es sogar 30%). Der Begriff des »geschäftlichen Anlasses« ist aber nach dem Zweck der Norm auszulegen. Das heißt: Betroffen von der Kürzung sind nur Bewirtungen von Geschäftsfreunden, die das Ziel haben, Geschäftsabschlüsse herbeizuführen oder zu erleichtern. Es müssen also potentielle Kunden bewirtet werden. Gerade das war hier aber nicht der Fall. Da es also keinen Zusammenhang zwischen Geschäftsabschluss und Bewirtung gab, fehlt es auch am »geschäftlichen Anlass«. Vielmehr erfolgte die Bewirtung ausschließlich, um Zeit zu sparen und die Schulung nicht länger als nötig zu unterbrechen (FG Rheinland-Pfalz, 15.2.2006, 1 K 1962/05, EFG 2007, 18, Rev: I R 75/06).

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