Betriebsprüfungen: Richtsatzsammlung 2009 veröffentlicht

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Ist in Ihrem Betrieb steuerlich alles in Ordnung? Das stellen Betriebsprüfer z.B. mit dem äußeren Betriebsvergleich fest, bei dem Ihr Betrieb mit branchengleichen Betrieben verglichen wird. Dafür gibt es die "Amtliche Richtsatz-Sammlung".

Die aktuelle Richtsatz-Sammlung wird jedes Jahr im Bundessteuerblatt abgedruckt. Sie enthält z.B. Werte für Buchhandlungen, Fotografen, Taxiunternehmer oder Pizzerien.

Fällt der Gewinn in Ihrem Betrieb deutlich niedriger aus als der Richtsatzwert, so wird der Prüfer versuchen, dieser Abweichung auf den Grund zu gehen. Der Verdacht von Schwarzeinnahmen (d.h. nicht versteuerte Umsätze) liegt dann schnell in der Luft. Bestätigt sich dieser Verdacht, darf der Betriebsprüfer Ihren Gewinn schätzen (§ 162 AO).

Allerdings: Wenn Sie in Ihrem Betrieb nicht die Richtsätze erreichen, darf der Betriebsprüfer deswegen noch nicht gleich Ihren Gewinn erhöhen. Da muss er sich schon etwas mehr Mühe machen und anhand genauer Untersuchungen Fehler in Ihrer Gewinnermittlung nachweisen.

Selbstverständlich gibt es viele gute, plausible Gründe für Abweichungen von den Richtsätzen, z.B. atypische Kundenstruktur, ungünstige Einkaufspreise, überstarke Konkurrenz oder schwierige familiäre Situation. Helfen Sie dem Prüfer dabei, solche Abweichungen vom Normalbetrieb herauszuarbeiten. Denn dadurch lässt sich das Abweichen von den Richtsätzen schon oft erklären.

Für typische Freiberufler wie Architekten, Journalisten und Ingenieure und auch viele andere moderne Berufe gibt es keine amtlichen Richtsätze, da hier wegen der großen individuellen Abweichungen Standardwerte offenbar keinen Sinn machen (z.B. Unternehmensberater, Versicherungsvertreter, E-Commerce).

Hier können Sie die aktuelle Richtsatz-Sammlung 2009 herunterladen (pdf).

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