Benachteiligung Selbstständiger beim Rabattfreibetrag

 - 

Angestellte profitieren vom Rabattfreibetrag, Selbstständige nicht. Ein selbstständiger Versicherungsvertreter will das nicht mehr hinnehmen. Hatte er doch die volle Prämiendifferenz zwischen günstigem Haustarif und normalem Kundentarif versteuern müssen - seine Angestellten nicht.

Ein selbstständiger Versicherungsvertreter hatte bei der Versicherung, für die er tätig war, eine eigene Lebens- und Sachversicherung abgeschlossen. Er bekam die Versicherungen zum günstigen Haustarif. Das erfuhr sein Finanzamt aufgrund einer Kontrollmitteilung. Es erhöhte daraufhin seinen Gewinn aus Gewerbebetrieb um die volle Prämiendifferenz zwischen günstigem Haustarif und normalem Kundentarif in Höhe von 1346 Euro.

Die Nachzahlung von Einkommensteuer und Gewerbesteuer aber wollte der Versicherungsvertreter nicht schlucken. Denn den Arbeitnehmern, die ebenso wie er beim Abschluss eigener Versicherungen vom günstigen Haustarif profitierten, wurde dafür ein Bewertungsabschlag von 4% sowie der Rabattfreibetrag von 1080 Euro gewährt (§ 8 Abs. 3 EStG). Die Klage des Versicherungsvertreters wurde vom Finanzgericht abgewiesen: Jeder wirtschaftliche Vorteil, den ein Selbstständiger im Rahmen seines Betriebs erlange, sei als Betriebseinnahme zu versteuern. Auch ein Rabatt ist ein betrieblich veranlasster geldwerter Vorteil und erhöht daher den Gewinn. Und laut Gesetz gebe es nunmal den Rabattfreibetrag nur für Arbeitnehmer, nicht aber für Selbstständige.

Steuertipp
Gegen die Entscheidung des Finanzgerichts hat der Versicherungsvertreter Revision eingelegt (Az. des BFH: X R 44/08). Er sieht eine verfassungswidrige Benachteiligung von Selbstständigen gegenüber Arbeitnehmern darin, dass ihnen für vergleichbare Sachverhalte keine Steuervergünstigung zusteht. Auch in der steuerlichen Fachliteratur wird diese Differenzierung unter verfassungsrechtlichen Aspekten für bedenklich angesehen.

Weitere News zum Thema

  • Anlage EÜR 2017: Formular wird Pflicht für alle!

    [] Bisher galt: Selbstständige und Gewerbetreibende, deren Betriebseinnahmen unter 17.500 Euro im Jahr liegen, dürfen eine formlose Gewinnermittlung abgeben und müssen das Formular nicht benutzen. Damit ist es ab der Steuererklärung für 2017 vorbei! mehr

  • EÜR: Keine Pflicht zum Kassenbuch, aber Aufzeichnungen müssen sein!

    [] Bei der Gewinnermittlung nach § 4 Abs. 3 EStG besteht zwar grundsätzlich keine Pflicht zum Führen eines Kassenbuchs, denn es gibt keine Bestandskonten und somit auch kein Kassenkonto. Trotzdem müssen Geschäftsvorfälle fortlaufend, vollständig und richtig verzeichnet werden. mehr

  • Bescheidkorrektur bei übersehenen Betriebsausgaben

    [] Wenn ein Selbstständiger erst nach Jahren bemerkt, dass er versehentlich Betriebsausgaben nicht geltend gemacht hat, kann er manchmal eine Korrektur des bereits bestandskräftigen Steuerbescheids erreichen, wie ein aktuelles Urteil des Bundesfinanzhofs zeigt. mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Steuertipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Steuertipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.