Unfall mit dem privaten Pkw auf betrieblicher Fahrt: Zeitwertdifferenz als Betriebsausgabe?

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Der BFH muss klären, in welcher Höhe Sachschäden an einem privaten Pkw aufgrund eines Unfalls auf einer betrieblichen Fahrt als Betriebsausgabe abziehbar sind, wenn das beschädigte Fahrzeug nicht repariert wird.

Wenn Sie mit einem privaten Pkw einen Unfall auf einer betrieblichen Fahrt haben, dürfen Sie die Unfallkosten zusätzlich zur Reisekostenpauschale von 0,30 € als Betriebsausgabe geltend machen. Doch welcher Betrag ist abziehbar, wenn Sie darauf verzichten, das beschädigte Fahrzeug reparieren zu lassen, weil sich das nicht mehr lohnt oder ein Totalschaden vorliegt?

Als Absetzung für außergewöhnliche Abnutzung dürfen Sie nach bisheriger Rechtsprechung den Unterschiedsbetrag zwischen dem steuerlichen Buchwert vor dem Unfall und dem Zeitwert nach dem Unfall geltend machen. Nachteil dieses Verfahrens: Ist das Auto zum Zeitpunkt des Unfalls bereits abgeschrieben, also nach sechs oder spätestens acht Jahren, steht Ihnen keine Absetzung für außergewöhnliche Abnutzung mehr zu. Das ist ärgerlich, denn ein Pkw hat ja auch noch nach dieser Zeit noch einen oft nicht unerheblichen Marktwert.

In einem anhängigen Verfahren befasst sich der BFH mit der Frage, ob stattdessen der Unterschiedsbetrag zwischen dem Zeitwert des Pkw vor und nach dem Unfall als Betriebsausgabe zu berücksichtigen ist (Az. des BFH: VIII R 33/09).

Wenn Sie nach einem Unfall Ihr altes Auto nicht reparieren lassen und Ihnen nach dem bisher angewandten Verfahren keine Betriebsausgabe für den Wertverlust zusteht, sollten Sie die Zeitwertdifferenz als Betriebsausgabe ansetzen und bei Ablehnung durch das Finanzamt mit Hinweis auf das beim BFH anhängige Verfahren Einspruch einlegen.

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