Unbegrenzter Schuldzinsabzug für mittelbare Investitionsdarlehen

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Beim Vorliegen von Überentnahmen sind betriebliche Schuldzinsen nur begrenzt als Betriebsausgabe abziehbar. Wird jedoch ein Darlehen zum Kauf von Wirtschaftsgütern des Anlagevermögens aufgenommen, so unterliegen die Zinsen dafür keiner Abzugsbeschränkung.

Im Fall eines Arztes, der die Schuldzinsen eines Darlehens zur Finanzierung des Praxiskaufs nicht mehr zahlen konnte und daher ein weiteres Darlehen aufgenommen hatte, mit dem er die fälligen Zinsen des Hauptdarlehens beglich, hatte das Finanzamt die Zinsen auf dieses Darlehen nicht als steuerlich begünstigte Schuldzinsen anerkannt.

Der BFH hat nun die Klage des Arztes auf vollen Schuldzinsabzug zu seinen Gunsten entschieden (BFH-Urteil vom 7.7.2016, III R 26/15): Auch im Falle solch mittelbarer Zinsen sind diese in voller Höhe abziehbar.

Wird also nach einem darlehensfinanzierten Kauf von Anlagevermögen ein weiteres Darlehen aufgenommen, mit dem die Zinsen des Hauptdarlehens finanziert werden, so sind auch diese Zinsen unbegrenzt abziehbar. Das gilt auch dann, wenn sie auf einem separaten Darlehenskonto erfasst werden.

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