Spirituelle Dienstleistungen: keine Betriebsausgaben

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Die Kosten für spirituelle Dienstleistungen dürfen nicht als Betriebsausgaben abgezogen werden, entschied das FG Münster. Im entschiedenen Fall sollte Gott für gute Umsätze sorgen.

Geklagt hatte die Inhaberin eines Uhren- und Schmuckgeschäftes. Immer, wenn die Umsätze schlecht liefen, hatte sie einen spirituellen Dienstleister beauftragt, Kontakt zu Gott aufzunehmen, damit mehr Kunden ins Geschäft kommen. Das habe auch funktioniert, sodass sie auf kostspielige Werbemaßnahmen nahezu ganz habe verzichten können – stattdessen wollte sie die Kosten für den spirituellen Dienstleister steuerlich geltend machen. Das Finanzamt erkannte die Kosten jedoch nicht an mit der Begründung, die langjährigen Kontakte des Geschäftsführers der Klägerin zum spirituellen Dienstleister sprächen für eine private (Mit-)Veranlassung.

Auch vor Gericht wurden die Kosten nicht als Betriebsausgaben anerkannt: Die Kosten seien bereits deshalb nicht als Betriebsausgaben abzugsfähig, erklärten die Richter, weil ein objektiver Zusammenhang zwischen den Dienstleistungen und den Umsatzsteigerungen nicht erkennbar sei.

Anders als bei Werbemaßnahmen wie Zeitungsinseraten oder TV-Spots bestehe kein wissenschaftlich belegter Erfahrungssatz, dass der geschäftliche Erfolg eines Unternehmens durch die Kontaktaufnahme mit einem spirituellen Wesen beeinflusst werden könne.

Dies gelte selbst dann, wenn die Leistungen nach der subjektiven Überzeugung des Geschäftsführers für den Betrieb nützlich gewesen seien. Auf die Frage einer etwaigen privaten (Mit-)Veranlassung komme es daher im vorliegenden Fall gar nicht mehr an (FG Münster vom 22.1.2014, 12 K 759/13 ).

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