Gilt Dreimonatsfrist für Verpflegungspauschalen auch bei kurzfristigen Verträgen?

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Der BFH prüft, ob beim Fehlen langfristiger Verträge die Verpflegungspauschale bei einer längerfristigen vorübergehenden Auswärtstätigkeit nur für drei Monate angesetzt werden darf.

Die Mehrverpflegungskosten anlässlich einer Auswärtstätigkeit können nur für die ersten drei Monate an derselben auswärtigen Tätigkeitsstätte geltend gemacht werden. Diese Begrenzung des Abzuges der Verpflegungspauschale auf drei Monate hat der BFH erst vor kurzem für verfassungsgemäß erklärt. Ob das allerdings auch dann gilt, wenn Selbstständige keine langfristigen Verträge über ihre Auswärtstätigkeit haben, ist bisher nicht geklärt.

Ein selbstständiger Unternehmensberater war über lange Zeit als Subunternehmer für eine Beratungsfirma tätig. Er arbeitete durchschnittlich an drei Tagen in der Woche am auswärtigen Betriebssitz eines Kunden seines Auftraggebers. In seiner Steuererklärung machte er für alle auswärts verbrachten Arbeitstage Verpflegungsmehraufwand geltend. Sein Finanzamt strich diesen Posten, da die Dreimonatsfrist bereits im Vorjahr überschritten war.

Der Unternehmensberater klagte und argumentierte, dass in seinem Fall die Dreimonatsfrist nicht angewendet werden dürfe. Denn über die Dauer der Beratungsleistungen seien zwischen ihm und seinem Auftraggeber zu keiner Zeit langfristig wirksame Vereinbarungen getroffen worden. Vielmehr habe man ihm immer nur für wenige Wochen oder Monate kurzfristig einzelne neue eigenständige Aufträge erteilt. Das Finanzgericht wies die Klage ab. Nun muss der BFH entscheiden, ob in einem solchen Fall tatsächlich die Verpflegungspauschale zeitlich unbegrenzt angesetzt werden darf (Az. des BFH: VIII R 34/10).

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