Gartenfest mit Geschäftsfreunden spart Steuern

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Die Kosten für die Bewirtung und Unterhaltung von Geschäftsfreunden im Rahmen eines Gartenfests dürfen als Betriebsausgaben abgezogen werden, sagt der BFH – zumindest in diesem jetzt veröffentlichten Fall.

Die Aufwendungen fallen nicht zwingend unter das Abzugsverbot nach § 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 4 EStG, erklärten die Richter. Die Regelung schreibt vor, dass neben im Gesetz ausdrücklich genannten Regelbeispielen wie Aufwendungen für Jagd oder Fischerei, für Segel- oder Motorjachten auch Aufwendungen für ähnliche Zwecke steuerlich nicht ins Gewicht fallen dürfen.

Im Streitfall hatte eine Rechtsanwaltskanzlei in mehreren Jahren sogenannte Herrenabende im Garten des Wohngrundstücks des namensgebenden Partners veranstaltet, bei denen jeweils bis zu 358 Gäste für Gesamtkosten zwischen 20.500 Euro und 22.800 Euro unterhalten und bewirtet wurden. Das Finanzgericht hatte das Abzugsverbot bejaht, weil die Veranstaltungen Eventcharakter gehabt hätten, ein geschlossener Teilnehmerkreis vorgelegen habe und die Gäste sich durch die Einladung in ihrer wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Stellung bestätigt fühlen durften.

Unterscheidung zwischen Eventcharakter und unangemessener Unterhaltung und Repräsentation

Dies hielt der BFH nicht für ausreichend: Nach dem Urteil des BFH muss sich aus der Veranstaltung und ihrer Durchführung ergeben, dass Aufwendungen für eine überflüssige und unangemessene Unterhaltung und Repräsentation getragen werden. Die bloße Annahme eines Eventcharakters reicht hierfür nicht aus, da die unter das Abzugsverbot fallenden Aufwendungen für ähnliche Zwecke wie bei den Regelbeispielen unüblich sein müssen. Dies kann aufgrund eines besonderen Ortes der Veranstaltung oder der Art und Weise der Unterhaltung der Gäste der Fall sein.

Der BFH hat im Streitfall das Urteil des Finanzgerichts aufgehoben und die Sache zurückverwiesen. Das Finanzgericht muss jetzt prüfen, ob die Art und Durchführung der Herrenabende den Schluss zulässt, dass diese sich von gewöhnlichen Gartenfesten abheben und mit der Einladung zu einer Segelregatta oder Jagdgesellschaft vergleichbar sind (BFH-Urteil vom 13.7.2016, Az. VIII R 26/14).

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