BFH kennt kein Pardon bei unvollständigen Bewirtungsbelegen

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Das Finanzamt muss Bewirtungskosten nur dann anerkennen, wenn der Name des bewirtenden Unternehmers vom Gaststätteninhaber auf der Rechnung vermerkt ist.

Bei einem Gewerbetreibenden im Bereich Exportberatung und Vermittlung von Anlagen fand eine Betriebsprüfung über drei Jahre statt. Dabei wurden Bewirtungskosten in Höhe von insgesamt rund 15.000 € wegen formaler Mängel nicht als Betriebsausgabe anerkannt. Denn der Name des Bewirtenden stand nicht auf den Gaststättenrechnungen. Das Finanzgericht war großzügiger als der Betriebsprüfer und ließ den Abzug als Betriebsausgabe zu. Den Richtern genügte es, dass der Name des Bewirtenden auf ergänzenden Eigenbelegen aufgeführt war und der Unternehmer durch seine Kreditkartenabrechnungen die Bezahlung der Rechnungen nachweisen konnte. Doch die Freude des Unternehmers war nur von kurzer Dauer.

BFH: Missbrauchsgefahr rechtfertigt strenge formale Vorgaben

Im Revisionsverfahren bestätigte der BFH leider die harte Linie des Finanzamts. Die Richter begründeten die äußerst strengen formalen Vorgaben mit der Gefahr des Missbrauchs von Bewirtungsbelegen. Dass der Name des Bewirtenden auf den ansonsten ordnungsgemäßen Rechnungen fehlte, genügte bereits für die Streichung des Betriebsausgabenabzugs (BFH-Urteil vom 18.4.2012, X R 57/09, DStR 2012 S. 1904).

So muss Ihr Bewirtungsbeleg aussehen

Aus dem Urteil ergeben sich folgende Spielregeln für die Bewirtung in Gaststätten, wenn Sie sichergehen wollen, dass Ihnen der Betriebsausgabenabzug nicht verwehrt wird:

  • Sie müssen eine maschinelle Rechnung der Gaststätte vorweisen können.

  • Auf dieser Rechnung muss durch den Gaststätteninhaber oder dessen Bevollmächtigten zwingend der Name des bewirtenden Unternehmers vermerkt werden.

  • Es genügt nicht, wenn der Name des Bewirtenden von ihm selber auf einem ergänzenden Eigenbeleg vermerkt wird.

  • Die Tatsache, dass Sie die Begleichung der Rechnung beweisen können, beweist nicht gleichzeitig, dass Sie auch der Bewirtende sind. Das können Sie nur durch Ihren Namen auf der Rechnung beweisen.

  • Nur bei sogenannten Kleinbetragsrechnungen bis zu 150 € muss der Name des Bewirtenden nicht zwingend auf der Rechnung stehen.

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