Auch bei Hotel/Restaurant sind Bewirtungskosten nur begrenzt abziehbar

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Nach einem Urteil des BFH darf auch der Betreiber eines Hotels/Restaurants seine im eigenen Betrieb anfallenden Bewirtungskosten nur begrenzt zu 70 % abziehen.

Eine Unternehmerin betrieb ein Hotel mit Restaurant. Anlässlich eines Galaempfangs zum zehnjährigen Bestehen des Hotels waren ihr hohe eigene Kosten für die Bewirtung der geladenen Gäste entstanden. Sie verzichtete darauf, wie vorgeschrieben 20 % dieser Bewirtungskosten als nichtabziehbare Betriebsausgaben zu behandeln (§ 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 2 EStG). Vielmehr machte sie die Kosten in voller Höhe geltend und berief sich dabei auf die Ausnahmevorschrift des § 4 Abs. 5 Satz 2 EStG. Danach gilt das allgemeine Abzugsverbot von 20 % (nach heutiger Rechtslage 30 %) der Bewirtungskosten dann nicht, wenn die Bewirtung Gegenstand einer mit Gewinnerzielungsabsicht ausgeübten Betätigung des Steuerpflichtigen ist. Die Interpretation dieser Regelung war bisher allerdings in der Fachliteratur umstritten. Finanzamt und Finanzgericht lehnten den vollen Abzug der Bewirtungskosten ab.

Der BFH hat nun die Frage im Sinne des Fiskus beantwortet. Er gab dem Finanzamt recht und sprach sich für eine enge Auslegung der Vorschrift aus. Es komme nicht darauf an, ob die Bewirtung der eingeladenen Personen im Vordergrund stehe oder ob die Bewirtung in erster Linie der Werbung oder Repräsentation diene. Es gebe keine Rechtfertigung dafür, Gastwirte oder Hotelbesitzer hinsichtlich der begrenzten Abzugsfähigkeit von Bewirtungskosten besser zu stellen als andere Unternehmer (BFH-Urteil vom 7.9.2011, I R 12/11, DStR 2012 S. 227).

Abzug in voller Höhe nur ausnahmsweise möglich

Die Richter machten deutlich, dass Bewirtungskosten in der Gastronomie nur in zwei Fällen ausnahmsweise in voller Höhe als Betriebsausgaben abzugsfähig sind:

  • Es liegt eine Präsentation bestimmter Speisen oder Getränke zu Werbezwecken vor (sogenanntes Kundschaftstrinken und branchenübliche Produkt- oder Warenverkostungen);

  • die Bewirtungskosten fallen anlässlich der Bewirtung von zahlenden Gästen an (z.B. als Nebenleistung bei der Bewirtung von Fluggästen durch eine Fluggesellschaft).

Hier aber sei keiner dieser beiden Fälle gegeben. Vielmehr handle es sich um eine indirekte Förderung der betrieblichen Betätigung durch Anbahnung und Sicherung von Geschäftsfreundschaften. Fazit: begrenzte Abzugsfähigkeit von 80 % der Kosten.

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