Wesentliche Betriebserweiterung durch Fotovoltaikanlage?

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An eine Ansparabschreibung im Zusammenhang mit einer wesentlichen Betriebserweiterung stellt die Finanzverwaltung sehr hohe Anforderungen: das Wirtschaftsgut muss bis zum Ende des Jahres, in dem die Ansparabschreibung gebildet wird, verbindlich bestellt werden. Doch wann ist von einer wesentlichen Betriebserweiterung auszugehen?

Der Fall: Ein selbstständiger Elektroinstallateur bildete in seiner Einnahmen-Überschuss-Rechnung 2004 eine Ansparabschreibung von 32.000 Euro für die geplante Anschaffung einer Fotovoltaikanlage (40% der geschätzten Anschaffungskosten von 80.000 Euro). Im Juni 2005 wurde die Anlage geliefert und auf dem Dach des Betriebsgebäudes installiert.

Das Finanzamt strich dem Unternehmer die Ansparabschreibung. Begründung: Die Installation der Fotovoltaikanlage sei eine wesentliche Betriebserweiterung. Die in diesem Fall erforderliche verbindliche Bestellung der Anlage bis zum 31.12.2004 habe aber nicht vorgelegen.

Das Finanzgericht Nürnberg trat der fiskalisch motivierten Argumentation des Finanzamts allerdings entgegen. Eine wesentliche Betriebserweiterung bedeute eine sprunghafte Erweiterung von außerordentlicher Art und wesentlicher Bedeutung. Das sei hier nicht der Fall. Der Umsatz aus der Anlage liege deutlich unter 10% des bisherigen Gesamtumsatzes. Auch sei mit der Investition keine räumliche, organisatorische oder personelle Erweiterung verbunden.

Fazit: Da es sich nicht um eine wesentliche Betriebserweiterung handelte, war auch keine verbindliche Bestellung erforderlich (FG Nürnberg vom 18.12.2007, Az. 1 K 1385/2007, EFG 2008 S. 1016). Die Ansparabschreibung wurde daher anerkannt.

Steuertipp
Erweitern Sie Ihren bestehenden Betrieb nur unwesentlich, ist die Forderung des Finanzamts nach einer verbindlichen Bestellung nicht haltbar. Verweisen Sie auf das anhängige Verfahren zu dieser Frage (Az. des BFH: X R 21/08).

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