Mit Investitionsabzugsbetrag die Buchführungspflicht vermeiden

 - 

Gewerbetreibende werden buchführungspflichtig, wenn ihr Gewinn die Grenze von 50.000 Euro übersteigt. Durch einen Investitionsabzugsbetrag kann der Unternehmer den Gewinn senken und die Buchführungspflicht hinausschieben.

Ein Gewerbetreibender mit Einnahmen-Überschuss-Rechnung wird buchführungspflichtig, wenn sein Gewinn die Grenze von 50.000 Euro übersteigt. Das Finanzamt wird ihn dann auffordern, ab Beginn des nächsten Jahres eine kaufmännische Buchführung einzurichten und in Zukunft eine Bilanz abzugeben. Da eine Bilanz fast immer vom Steuerberater erstellt wird und erheblich mehr kostet als eine Einnahmen-Überschuss-Rechnung, kann es sinnvoll sein, den Gewinn gezielt zu senken, um so der Buchführungspflicht noch eine Weile zu entgehen.

Durch einen Investitionsabzugsbetrag für in den nächsten drei Jahren geplante Investitionen können Sie den Gewinn unter die 50000-Euro-Grenze drücken. Sie dürfen bis zu 40 Prozent der voraussichtlichen Anschaffungskosten als Betriebsausgabe buchen. In diesem Fall könnte es sogar sinnvoll sein, einen Abzugsbetrag auch ohne ernsthafte Investitionsabsicht zu bilden. Selbst wenn bei Ausbleiben der Investition Jahre später der Gewinn rückwirkend um den Abzugsbetrag erhöht wird und dadurch im Nachhinein die Grenze von 50.000 Euro übersteigt, kommt es nicht rückwirkend zur Buchführungspflicht.

Steuertipp
Sollte Ihr Finanzamt sich weigern, den Investitionsabzugsbetrag gewinnmindernd zu berücksichtigen, verweisen Sie auf ein Urteil des Finanzgerichts Berlin-Brandenburg (Urteil vom 14.11.2007, Az. 7 K 7124/07). Die Richter entschieden, dass eine Ansparabschreibung bei Überprüfung der Buchführungsgrenze vom Finanzamt berücksichtigt werden muss. Da der Investitionsabzugsbetrag die Nachfolgeregelung zur Ansparabschreibung ist, müsste das Urteil hier entsprechend angewendet werden.

Weitere News zum Thema
  • [] Ab 2021 wird die Nutzungsdauer von Computerhardware und Software zur Dateneingabe und -verarbeitung von drei Jahren auf ein Jahr verringert. Was davon alles betroffen ist, erklärt das Bundesfinanzministerium in einem ausführlichen BMF-Schreiben. mehr

  • [] Beim BFH ist eine Revision zu der Frage anhängig, wie die Bemessungsgrundlage für eine Gebäudeabschreibung bei den Einkünften aus Vermietung und Verpachtung zu ermitteln ist, wenn sich das seit dem Kauf durchgehend vermietete Gebäude zuerst im Privatvermögen, dann im Betriebsvermögen und anschließend wieder im Privatvermögen des Vermieters befunden hat. mehr

  • [] Mit einem Investitionsabzugsbetrag können Sie schon bis zu drei Jahre vor einer geplanten Investition 40% der Anschaffungskosten in Ihrer Einnahmen-Überschuss-Rechnung gewinnmindernd als Betriebsausgabe geltend machen. Wenn Sie ein Auto kaufen möchten, sollten Sie den folgenden Fall kennen! mehr

  • [] Ein Unternehmer lässt eine Maschine bauen und lässt damit Kunststoffteile herstellen – allerdings steht das Gerät in der Halle eines anderen Unternehmers. Fehlt dann die "erforderliche dauerhafte räumliche Beziehung zur inländischen Betriebsstätte"? Nein, sagt das FG Niedersachsen. mehr

Weitere News zum Thema