IAB hängt von der Nutzung des angeschafften Gegenstandes ab

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Wurde für die Anschaffung eines Wirtschaftsgutes ein Investitionsabzugsbetrag gebildet, darf der erworbene Gegenstand in den ersten zwei Jahren nur in einem Betrieb des Steuerpflichtigen genutzt werden.

Ein Selbstständiger hatte zwei Betriebe – einen landwirtschaftlichen und einen gewerblichen. Der Gewerbebetrieb bildete einen Investitionsabzugsbetrag für die Anschaffung eines Mähdreschers. Der Kauf der Maschine erfolgte planmäßig. Genutzt wurde diese allerdings nur zu 80 % im Gewerbebetrieb. Der verbleibende Nutzungsanteil von 20 % entfiel auf den landwirtschaftlichen Betrieb.

Als das Finanzamt von der nur 80prozentigen gewerblichen Nutzung erfuhr, löste es den für die Anschaffung des Fahrzeuges gebildeten Investitionsabzugsbetrag rückwirkend auf und kassierte den vorher eingeräumten Steuervorteil ein.

Begründet wurde dieser Schritt mit einem Verstoß gegen geltendes Recht. Das Gesetz bestimmt nämlich: Wird ein Wirtschaftsgut nach vorheriger Bildung eines Investitionsabzugsbetrages angeschafft, muss der erworbene Gegenstand in den ersten zwei Jahren zu mindestens 90 % in dem Betrieb genutzt werden, dem der Abzugsbetrag steuerlich zugeordnet wurde. Da der Landwirt den Mähdrescher aber lediglich zu 80 % in seinem Gewerbebetrieb verwendete, war die gesetzliche Nutzungsauflage offensichtlich nicht erfüllt.

Mit der Entscheidung des Finanzamtes wollte sich der Landwirt nicht abfinden und erhob daher Klage vor dem FG Niedersachsen. Diese blieb allerdings erfolglos. Denn auch das Gericht sah einen Verstoß gegen die gesetzliche Nutzungsbeschränkung, weil der Mähdrescher in den ersten zwei Jahren nach Anschaffung zu mehr als 10 % in einem anderen Betrieb des Steuerpflichtigen eingesetzt wurde (Niedersächsisches FG vom 3.11.2011, 11 K 435/10 ).

Halten Sie die Auflage Nutzung zu mindestens 90 % in demselben Betrieb innerhalb der ersten zwei Jahre unbedingt ein, um den mit einem Investitionsabzugsbetrag einhergehenden Steuervorteil nicht nachträglich zu verlieren.

Wichtig zu wissen ist in diesem Zusammenhang auch: Werden gleichzeitig verschiedene selbstständige Tätigkeiten ausgeübt, bedeutet das noch nicht, dass mehr als ein Betrieb existiert. Solange die Tätigkeiten nämlich sachlich, insbesondere organisatorisch, wirtschaftlich oder finanziell zusammenhängen und damit offensichtlich Berührungspunkte haben, kann von einem Betrieb ausgegangen werden.

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