Betriebsprüfung: Mehrergebnis durch Investitionsabzugsbetrag abfedern

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Die meisten Betriebsprüfungen enden mit einer Steuernachzahlung für die geprüften Jahre. Aber: Steuerbescheide ergehen im Vorfeld fast immer unter dem Vorbehalt der Nachprüfung, können rechtlich also ganz einfach geändert werden! Das sollten Sie nutzen.

Durch Antrag auf einen nachträglichen Investitionsabzugsbetrag (IAB) für das geänderte Jahr kann die Steuernachzahlung elegant vermieden werden. Das setzt natürlich voraus, dass Sie tatsächlich Investitionen vorgenommen, dafür aber bisher noch keinen IAB in Anspruch genommen haben.

Das bestätigte das FG Niedersachsen im Fall eines Unternehmers, der nach einer Außenprüfung noch einen IAB für die Anschaffung eines Schleppers bildete. Das Finanzamt gewährte den Investitionsabzugsbetrag nicht und begründete dies damit, dass es wegen der bereits erfolgten Anschaffung des Wirtschaftsguts an dem erforderlichen Finanzierungszusammenhang fehle.

Das sahen die Richter anders und ließen die Bildung zu (Niedersächsisches Finanzgericht, Urteil vom 4.1.2017, Az. 4 K 220/16).

Heute wäre das kein Problem mehr!

Der Fallerging noch zu einer inzwischen veralteten Rechtslage. Seit dem Jahr 2016 ist das Verfahren deutlich einfacher, denn es muss keine Investitionsabsicht mehr nachgewiesen werden.

Es gilt:

  • Das Wahlrecht zur Bildung eines IAB kann ausgeübt werden, solange der Steuerbescheid des Jahres, auf den es sich auswirken soll, noch nicht bestandskräftig ist.

  • Das Wahlrecht muss nicht zwingend in der ursprünglichen Steuererklärung ausgeübt werden.

  • Ein nachträglicher IAB darf zu dem Zweck gebildet werden, eine nach einer Betriebsprüfung eintretende Gewinnerhöhung zu kompensieren.

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