Ansparabschreibung: keine Ausnahme für Freiberufler

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Viele Freiberufler hoffen, auch noch in ihrer Gewinnermittlung 2007 eine Ansparabschreibung bilden zu dürfen. All zu großer Optimismus scheint diesbezüglich aber nicht angebracht zu sein, wie ein aktuelles Finanzgerichtsurteil zeigt.

Schnell gestrickte Steuergesetze werden gefürchtet. Und das zu Recht. Denn in ihnen stecken oft grobe handwerkliche Fehler, die eine große Verunsicherung bei den Steuerpflichtigen auslösen und meist zu langwierigen Streitereien mit der Finanzverwaltung führen. Genau dazu ist es auch bei der sogenannten Unternehmensteuerreform 2008 gekommen.

Ein offensichtliches Ziel der Reform war die Abschaffung der Ansparabschreibung ab dem Jahr 2007. Dafür musste das Einkommensteuergesetz geändert werden. In der erlassenen Anwendungsvorschrift taucht aber leider nur der Begriff Wirtschaftsjahr auf. Und ein Wirtschaftsjahr haben laut Gesetz zwar Gewerbetreibende. Bei Freiberuflern wird dagegen von Kalenderjahr gesprochen. Gilt die in das Gesetz eingefügte Vorschrift, die Einnahmen-Überschuss-Rechnern die Bildung einer Ansparabschreibung ab dem Jahr 2007 untersagt, somit überhaupt für Freiberufler?

Um diese Frage wird seit einiger Zeit vor Gericht gestritten. Das FG Münster hat sich nun auf die Seite der Finanzverwaltung geschlagen (Beschluss vom 26.2.2009, Az. 13 V 215/09 E). Das Problem mit dem Wirtschaftsjahr wurde auf erstaunlich einfache Weise gelöst. Das Gericht spricht sich für eine großzügige Auslegung des Begriffs aus. Die Richter orientieren sich somit nicht eng am Gesetz und der dort enthaltenen Definition des Wirtschaftsjahres, sondern allein an der ursprünglichen Absicht des Gesetzgebers. Und die war: Aus für die Ansparabschreibung ab 2007. 

So einfach kann also ein Problem aus der Welt geschafft werden. Ob dieses Vorgehen aber auch rechtens ist, wird wohl nun der BFH überprüfen müssen. Denn das FG Münster hat die Revision zugelassen.

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