Ansparabschreibung: 2006 wohl doch nicht Schluss

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Freiberufler, die ihren Gewinn über die Einnahmen-Überschuss-Rechnung ermitteln, können auch noch in ihrer Steuererklärung 2007 eine Ansparabschreibung für die Anschaffung eines Wirtschaftsgutes bilden.

Im Zuge der Unternehmenssteuerreform 2008 wurde unter anderem Paragraf 7g EStG neu gefasst. Infolgedessen löst der Investitionsabzugsbetrag die Ansparabschreibung ab.

Bislang wurde angenommen, dass alle Einnahmen-Überschuss-Rechner letztmals im Jahr 2006 für die Anschaffung eines Wirtschaftsgutes eine Ansparabschreibung bilden dürfen. Denn im Einkommensteuergesetz steht sinngemäß: Der Investitionsabzugsbetrag ist erstmals für Wirtschaftsjahre anzuwenden, die nach dem 17. August 2007 enden. Und da der Gewinnermittlungszeitraum von Einnahmen-Überschuss-Rechnern stets vom 1.1. bis zum 31.12. verläuft, ist ab der Gewinnermittlung 2007 offensichtlich nur noch der Investitionsabzugsbetrag zulässig.

Anders als bei Gewerbetreibenden sieht das Gesetz für Freiberufler aber gar kein Wirtschaftsjahr vor. Von daher geht die im vorstehenden Absatz erwähnte Anwendungsvorschrift wohl bei einem Teil der Selbstständigen ins Leere. Es greift dann zwangsläufig eine andere Anwendungsvorschrift, die besagt: erstmalige Anwendung des neugefassten Gesetzes im Veranlagungszeitraum 2008. Freiberufler wären dann in der Lage, auch noch im Jahr 2007 eine Ansparabschreibung zu bilden.

Vertreten wird diese Ansicht unter anderem von Michael Wendt, Richter am Bundesfinanzhof (Finanz-Rundschau 2008, S. 598). Das ist gut zu wissen. Denn streicht das Finanzamt eine in der Gewinnermittlung 2007 erfasste Ansparabschreibung, bleibt nach einem erfolglosen Einspruch nur noch der Gang vor das Finanzgericht. Und da verschafft es einem doch ein sehr gutes Gefühl, wenn ein Bundesrichter zumindest indirekt als Fürsprecher auftritt.

Steuertipp
Insbesondere freiberufliche Existenzgründer haben gute Gründe, auch noch im Jahr 2007 auf die Ansparabschreibung zu setzen. Denn ihnen winkt ein Investitionszeitraum von fünf Jahren. Und bei Verzicht auf die Investition muss die Rücklage zwar ertragswirksam aufgelöst, nicht aber verzinst werden.

Aber auch für viele andere Freiberufler kann eine Ansparabschreibung im Jahr 2007 von Vorteil sein. Denn im Unterschied zum Investitionsabzugsbetrag ist eine Gewinnverschiebung selbst dann möglich, wenn die Investition unterbleibt. Des Weiteren gilt für die Ansparabschreibung keine Gewinngrenze. Ein Investitionsabzugsbetrag ist dagegen nur bis zu einem Gewinn von 100.000 Euro zulässig. Die Gewinngrenze ist besonders für Sozietäten und GbRs problematisch, weil sie sich auf die Gesellschaft und nicht etwa den Gewinn jedes Gesellschafters bezieht.

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