Unterhalt: Steuerklassenwechsel zum Nachteil des Kindes ist kein fairer Zug

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Ändert ein geschiedener Vater seine steuerlichen Verhältnisse mit seiner neuen Ehefrau so, dass sich daraus ein deutlich geringerer Unterhalt für seinen minderjährigen Sohn ergibt, so muss der junge Mann das nicht hinnehmen.

Klagt er darauf, dass sein Vater und dessen Ehefrau die Lohnsteuerklassen III/V wählen, muss der Vater dem folgen oder fiktiv seine Zahlungen an den Sohn so ausrichten, als hätte er es getan.

Komplett zum Nachteil der neuen Ehefrau darf das Modell jedoch auch nicht ausgehen. Das OLG Nürnberg erklärte: Gegenüber einem unterhaltsberechtigten minderjährigen Kind muss der Unterhaltsschuldner den Vorteil einsetzen, der sich aus der Wahl einer günstigeren Steuerklasse für ihn ergibt. Beim Splitting-Vorteil (Wahl der Steuerklassen 3/5) aus einer neuen Ehe ist der Gesamtvorteil dabei auf den Unterhaltsschuldner und den Ehegatten der neuen Ehe im Verhältnis der jeweiligen Einkünfte aufzuteilen (OLG Nürnberg, Urteil vom 11.12.2014, 10 UF 1182/14 ).

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