Kindergeld zwischen Abitur und Studium?

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Für Ihr volljähriges Kind bekommen Sie bis zur Vollendung des 25. Lebensjahres Kindergeld, wenn es sich zumindest an einem Tag in einem Monat ernsthaft und nachhaltig für einen Beruf ausbilden lässt. Nun liegen aber zwischen Abitur und Semesterbeginn einige Monate – was heißt das fürs Kindergeld?

Die Familienkasse spricht in diesen Fällen von einer Übergangszeit zwischen zwei Ausbildungsabschnitten, hier zwischen Schulausbildung und bzw. Lehre. Dauert diese Übergangszeit maximal vier Monate und ergibt sie sich für Ihr Kind zwangsläufig, fließt das Kindergeld weiter.

Eine solche nicht zu vermeidende Zwangspausen kann sich zum Beispiel durch Rechtsvorschriften über den Ausbildungsverlauf ergeben, aus den festen Einstellungsterminen der Ausbildungsbetriebe oder den Einstellungsgewohnheiten staatlicher Ausbildungsinstitutionen und natürlich aus dem festgelegten Semesterbeginn.

Vier-Monats-Grenze beachten

Achtung: Dauert die Übergangszeit Ihres Kindes länger als vier Monate, verlieren Sie das Kindergeld für den gesamten Zeitraum, also auch für die ersten vier Monate! Auf die Gründe, warum die Vier-Monats-Frist überschritten wird, kommt es nicht an.

Vier Monate bedeutet hier übrigens vier volle zusammenhängende Kalendermonate. Ihr Kind wird in Monaten, in denen eine Berufsausbildung beginnt oder endet, berücksichtigt, sobald die Ausbildung mindestens an einem Tag stattfand. Angefangene Monate der Berufsausbildung zählen also mit.

Nur so können Sie durchgehend Kindergeld erhalten

Ihr Kind hat seine Schulausbildung beendet. Achten Sie darauf, dass Ihr Kind

  • innerhalb von vier Monaten die Ausbildung fortsetzt, zum Beispiel durch den Beginn eines Studiums oder einer Lehre, oder

  • sich spätestens im nächsten Monat nach dem Schulabschluss um einen Ausbildungsplatz bemüht. Beispielsweise kann es sich bei der Agentur für Arbeit als ausbildungsplatzsuchend melden. Am besten ist, Ihr Kind plant schon vor Ende seiner Schullaufbahn, welchen weiteren Weg es einschlagen will, oder

  • sich bei der Agentur für Arbeit als arbeitssuchend meldet, wenn es das 21. Lebensjahr noch nicht vollendet hat.

Viele Eltern ahnen gar nicht, was auf sie zukommt: Denn es kann passieren, dass sich mit der Volljährigkeit ihres Kindes nichts an ihren Verhältnissen ändert, aber trotzdem das Kindergeld wegfällt. Da ist es wichtig, frühzeitig Bescheid zu wissen und rechtzeitig zu reagieren, damit das Kindergeld erhalten bleibt.

→In diesem Beitrag klären wir viele Detailfragen, zeigen mögliche Stolpersteine auf und schlagen Lösungen vor.

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