Kindergeld: Ist bestandene Gesellenprüfung eine Erstausbildung?

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Seit 2012 dreht sich beim Kindergeld für volljährige Kinder alles um die Frage, was unter einer Erstausbildung zu verstehen ist.

Befindet sich Ihr Kind nach Abschluss eines Erststudiums oder einer erstmaligen Berufsausbildung in einer Zweitausbildung und ist es mehr als 20 Stunden wöchentlich berufstätig, erhalten Sie kein Kindergeld. Bei noch nicht abgeschlossener Erstausbildung spielt dagegen seit 2012 der Umfang einer beruflichen Nebentätigkeit des Kindes keine Rolle. Folglich dreht sich seit 2012 alles um die Frage, was unter einer Erstausbildung zu verstehen ist.

Bei einem dualen Studium hat der BFH inzwischen klargestellt, dass es sich bei der Berufsausbildung und dem nachfolgenden Bachelorstudium um eine einheitliche Erstausbildung handelt. Daher spielt es für den Kindergeldanspruch der Eltern keine Rolle, ob und in welchem Umfang der Studierende während des Studiums nebenher arbeitet (BFH-Urteil vom 3.7.2013, III R 52/13 ).

Nun muss sich der Bundesfinanzhof mit der Frage auseinandersetzen, ob eine vor der IHK bestandene Gesellenprüfung eine Erstausbildung ist (Az. V R 27/14). Die Vorinstanz hat dies bejaht und den klagenden Eltern das Kindergeld verweigert, weil deren Sohn nach Abschluss seiner IHK-Prüfung zum Elektroniker und vor dem Besuch einer weiterführenden Schule mit dem Berufsziel Elektrotechniker bzw. Elektroingenieur zunächst mehrere Monate als Elektroniker Vollzeit gearbeitet hatte (FG Münster vom 4.3.2014, 1 K 1772/13 Kg ). Die Eltern vertreten dagegen den Standpunkt, dass die Ausbildung zum Elektroniker und anschließend zum Elektrotechniker eine einheitliche Erstausbildung darstelle, für die die zwischenzeitliche Berufstätigkeit – wie bei einem dualen Studium – Ausbildungsvoraussetzung sei. Nun hat der BFH das letzte Wort.

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