Kindergeld bei "mehraktiger Berufsausbildung"

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Kindergeld bis zum Abschluss des angestrebten Berufsziels, erklärt das FG Rheinland-Pfalz. Das ist wichtig für Eltern, deren Kinder eine mehraktige Ausbildung absolvieren. Aber was ist das eigentlich?

Im entschiedenen Fall hatte die Tochter der Klägerin die Abschlussprüfung im Ausbildungsberuf Immobilienkauffrau bestanden und dann am Lehrgang geprüfter Immobilienfachwirt/geprüfte Immobilienfachwirtin der Industrie- und Handelskammer Koblenz (IHK) teilgenommen. Voraussetzung für die Teilnahme an der Prüfung zur geprüften Immobilienfachwirtin ist das Bestehen der Abschlussprüfung im Ausbildungsberuf Immobilienkauffrau sowie eine mindestens einjährige Berufspraxis nach abgeschlossener Lehre. Deshalb war die junge Frau auch parallel zu ihrer Ausbildung bei der IHK in einem entsprechenden Ausbildungsbetrieb in Koblenz angestellt.

Die Familienkasse wollte nach der bestandenen Prüfung zur Immobilienkauffrau die Kindergeldzahlungen einstellen und begründete dies damit, dass die Tochter damit ihre erste Berufsausbildung abgeschlossen und sodann eine Erwerbstätigkeit aufgenommen habe. Deshalb könne die Ausbildung bei der IHK nicht berücksichtigt werden.

Dagegen legte die Mutter zunächst Einspruch ein und erhob später Klage vor dem Finanzgericht: Sie machte geltend, ihre Tochter habe das von Beginn an angestrebte Berufsziel Immobilienfachwirtin noch nicht erreicht, das unter anderem eine mindestens einjährige Berufspraxis in Vollzeit voraussetze.

Die Richter des FG Rheinland-Pfalz folgten dieser Auffassung und bestätigten, dass die Erstausbildung der Tochter erst mit dem Abschluss der Prüfung zur geprüften Immobilienfachwirtin ende, sodass bis zur Vollendung des 25. Lebensjahres Kindergeld zu gewähren sei (FG Rheinland-Pfalz, Urteil vom 28.06.2017, Az. 5 K 2388/15).

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