Kind lebt im Ausland: Eltern können Reisekosten nicht absetzen

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Eltern können die Kosten, die ihnen durch Besuchsreisen zu ihrem im Ausland lebenden Kind entstanden sind, nicht als außergewöhnliche Belastungen steuerlich geltend machen. Das entschied das FG Rheinland-Pfalz.

Im entschiedenen Fall war der Vater des Kindes Soldat und musste aufgrund seines Berufs mehrfach umziehen. Von 2010 bis April 2013 lebte er mit Frau und Kindern in Frankreich, ging es weiter nach Deutschland. Eines der Kinder, und zwar die im Streitjahr (2013) 16 bzw. 17 Jahre alte Tochter, blieb in Frankreich, um nicht schon wieder die Schule wechseln zu müssen.

In der Steuererklärung machten der Soldat und seine Ehefrau unter anderem Aufwendungen für Besuchsfahrten nach Straßburg in Höhe von 719 Euro als außergewöhnliche Belastungen geltend, die das Finanzamt allerdings nicht anerkannte.

Das Finanzgericht bestätigte die Meinung des Finanzamts und vertrat die Auffassung, dass es sich bei den Reisekosten nicht um außergewöhnliche, sondern um typische Aufwendungen der allgemeinen Lebensführung handle, die bereits durch den Familienleistungsausgleich (also Kinderfreibetrag und Kindergeld) abgegolten seien. Denn eine räumliche Trennung zwischen Eltern und ihrem minderjährigen Kind sei nicht unüblich, z. B. wenn das Kind in einem Internat oder Heim untergebracht sei oder weil die Eltern getrennt lebten.

Die Richter wiesen auch darauf hin, dass der Bundesfinanzhof bereits entschieden hat, dass Kosten, die ein nicht sorgeberechtigter Elternteil für die Pflege des Eltern-Kind-Verhältnisses aufbringe, der allgemeinen Lebensführung zuzuordnen und durch den Familienleistungsausgleich ausreichend berücksichtigt seien. Das Gleiche – so die Finanzrichter – müsse auch für Eltern gelten, denen das Sorgerecht für ihre Kinder gemeinsam zustehe bzw. die zusammen lebten und (gemeinsam oder getrennt) ihr im Ausland lebendes Kind besuchen würden (FG Rheinland-Pfalz, Urteil vom 06.01.2017, Az. 2 K 2360/14)

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