Kein Kindergeld bei berufsbegleitendem Studium

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Wenn ein Kind nach Abschluss einer kaufmännischen Ausbildung ein Studium aufnimmt, das eine Berufstätigkeit voraussetzt, bilden Studium und Ausbildung nicht gemeinsam die Erstausbildung. Die teure Folge: Mit Beginn des Studiums fällt das Kindergeld weg.

In einem vom BFH entschiedenen Fall hatte die Tochter des Klägers nach ihrer Ausbildung zur Kauffrau im Gesundheitswesen als Angestellte in einer Klinik gearbeitet und sich dann für ein berufsbegleitendes Studium an einer Verwaltungsakademie beworben. Dieses setzte eine kaufmännische Berufsausbildung und eine einjährige Berufstätigkeit vor.

Die Familienkasse stellte fest, dass die Tochter eine Ausbildung abgeschlossen hatte und weiterhin 30 Wochenstunden arbeitete – und strich das Kindergeld.

Besonderheiten beim Kindergeld für volljährige Kinder

Nach Abschluss einer erstmaligen Berufsausbildung oder eines Erststudiums wird ein Kind zwischen 18 und 25 Jahren, das sich in einer zweiten oder weiteren Ausbildung befindet, nur berücksichtigt, wenn es keiner Erwerbstätigkeit nachgeht.

Eine Erwerbstätigkeit mit bis zu 20 Stunden regelmäßiger wöchentlicher Arbeitszeit, ein Ausbildungsdienstverhältnis oder ein geringfügiges Beschäftigungsverhältnis sind unschädlich. Bei mehr als 20 Stunden besteht kein Anspruch auf Kindergeld mehr.

Hier hatte die Tochter die zulässige Wochenarbeitsgrenze überschritten und 30 Stunden wöchentlich gearbeitet. Deshalb war für den Anspruch auf Kindergeld wichtig, ob es sich beim dem berufsbegleitenden Studium um eine Erst- oder Zweitausbildung handelte: bei einer Erstausbildung hätte es weiter Kindergeld gegeben, bei einer Zweitausbildung nicht.

Warum nimmt der BFH hier eine Zweitausbildung an?

Der BFH bestätigte das kindergeldschädliche Vorliegen einer Zweitausbildung (BFH-Urteil vom 4.2.2016, III R 14/15 ).

Kurzfassung: Ist Bedingung für ein berufsbegleitendes Studium an einer Verwaltungsakademie eine berufspraktische Erfahrung von regelmäßig einem Jahr, handelt es sich um einen die berufliche Erfahrung berücksichtigenden Weiterbildungsstudiengang und damit um eine Zweitausbildung.

Ausführliche Erklärung: Zwar gilt nach der Rechtsprechung des BFH ein erster berufsqualifizierender Abschluss nicht als Erstausbildung, wenn sich dieser Abschluss als integrativer Bestandteil eines einheitlichen Ausbildungsgangs darstellt. Das hatte der BFH z.B. zur Prüfung als Steuerfachangestellter im Rahmen eines dualen Bachelorstudiums im Steuerrecht, zur Prüfung als Fachinformatikerin im Rahmen einer dualen Ausbildung zum Bachelor in Wirtschaftsinformatik sowie zum Bachelor-Abschluss im Rahmen eines Masterstudiums entschieden.

Eine solche einheitliche Erstausbildung liegt – so auch im hier – mangels notwendigen engen Zusammenhangs regelmäßig aber nicht mehr vor, wenn der zweite Ausbildungsabschnitt eine Berufstätigkeit voraussetzt.

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