Ehepaare: Neuordnung der Veranlagungsarten ab 2013

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Durch das Steuervereinfachungsgesetz 2011 wurden die Veranlagungsarten für Eheleute von sieben möglichen auf nur noch vier mögliche Veranlagungs- und Tarifvarianten für Ehegatten reduziert.

Die getrennte Veranlagung mit Grundtarif und die besondere Veranlagung mit Grundtarif oder Witwensplitting fallen ab dem Veranlagungszeitraum 2013 weg. Übrig bleiben:

  • Einzelveranlagung mit Grundtarif

  • Sondersplitting im Trennungsjahr

  • Verwitwetensplitting

  • Zusammenveranlagung mit Ehegattensplitting

Ehegatten können ab dem Veranlagungszeitraum 2013 wählen zwischen der Einzelveranlagung und der Zusammenveranlagung.

Besonderheiten der neuen Einzelveranlagung

Die Einzelveranlagung ersetzt die bisherige getrennte Veranlagung und unterscheidet sich von dieser in einigen wesentlichen Punkten.

So fällt die steueroptimierende freie Zuordnung verschiedener Kosten bei der EInzelveranlagung künftig weg: Sonderausgaben, außergewöhnliche Belastungen und die Steuerermäßigung nach § 35a EStG (haushaltsnahe Hilfen) werden demjenigen Ehegatten zugerechnet, der sie wirtschaftlich getragen hat. Eine hälftige Zuordnung ist möglich, muss aber beantragt werden.

Die zumutbare Belastung (§ 33 EStG) bei den außergewöhnlichen Belastungen wird künftig bei einzeln veranlagten Ehegatten nach dem Gesamtbetrag der Einkünfte des einzelnen Ehegatten bestimmt. Bei der getrennten Veranlagung war der Gesamtbetrag der Einkünfte beider Ehegatten ausschlaggebend.

Wahl der Veranlagungsart ist künftig bindend

Bisher konnten Ehegatten ihre bei Abgabe der Steuererklärung getroffene Wahl der Veranlagungsart bis zur Bestandskraft des betreffenden Steuerbescheids und auch im Rahmen von Änderungsveranlagungen beliebig oft ändern. Jetzt wird die Wahl der Veranlagungsart für den betreffenden Veranlagungszeitraum durch Angabe in der Steuererklärung bindend. Sobald der Steuerbescheid unanfechtbar geworden ist, kann die Veranlagungsart nur noch dann geändert werden, wenn (kumulativ):

  • ein die Ehegatten betreffender Steuerbescheid aufgehoben, geändert oder berichtigt wird,

  • die Änderung der Wahl der Veranlagung beim Finanzamt bis zum Eintritt der Bestandskraft des Änderungs- oder Berichtigungsbescheids mitgeteilt wird und

  • die Einkommensteuer der Ehegatten nach Änderung der Veranlagungsart niedriger ist, als sie ohne letzteres wäre. Die Einkommensteuer der einzeln veranlagten Ehegatten ist hierbei zusammenzurechnen.

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